Mit der Ausstellung von Kerry James Marshall setzt das Kunsthaus Zürich erneut ein starkes Zeichen. Wer die Preview und Vernissage am 26. Februar 2026 besucht hat, spürte sofort: Hier geht es nicht um eine gewöhnliche Ausstellung, sondern um ein kuratorisches Statement von außergewöhnlicher Qualität.
Schon beim ersten Rundgang beeindruckt die monumentale Größe der Arbeiten. Diese Bilder hängen nicht einfach an der Wand – sie behaupten Raum. Sie stehen selbstbewusst im Raum, fordern Aufmerksamkeit und lassen den Betrachter nicht in Distanz verharren. Man tritt näher, geht wieder zurück, entdeckt neue Ebenen.
Marshall arbeitet mit einer Farbigkeit, die kraftvoll und präzise zugleich wirkt. Die Töne sind bewusst gesetzt, intensiv, manchmal fast ikonisch. Doch die visuelle Wucht ist nur der Einstieg. Je länger man sich mit einem einzelnen Werk beschäftigt, desto deutlicher wird: In jedem Bild steckt eine Vielzahl an Ideen, Referenzen und erzählerischen Schichten.
Es sind Werke, die Zeit verlangen – und diese Zeit auch belohnen. Man könnte sich mit jedem einzelnen Bild über Stunden auseinandersetzen. Details offenbaren sich erst beim zweiten oder dritten Blick. Kompositorische Entscheidungen, kunsthistorische Bezüge, subtile Hinweise auf gesellschaftliche Themen – alles ist durchdacht, nichts zufällig.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist diese Verbindung aus inhaltlicher Tiefe und formaler Souveränität. Die Bilder sind komplex, aber nie überladen. Monumental, aber nie dekorativ. Sie besitzen eine Selbstverständlichkeit, die nur große künstlerische Positionen erreichen.
Eine Vernissage mit spürbarer Intensität
Die Vernissage war außergewöhnlich gut besucht – ein sehr interessiertes Publikum: anspruchsvolle Kunstfreunde, Sammler, Kenner, Journalisten und geladene Gäste sowie der Künstler selbst. Die einzigartigen Werke sorgten für Gesprächsstoff.
Es lag eine spürbare Energie in den Räumen. Kein oberflächliches Event-Flair, sondern echte Auseinandersetzung. Man sah Menschen lange vor einzelnen Werken stehen, diskutierend, vergleichend, nachdenklich.
Das Kunsthaus Zürich hat hier einmal mehr bewiesen, dass es Ausstellungen auf höchstem internationalen Niveau realisieren kann. Die Präsentation ist klar, großzügig und präzise inszeniert. Die Werke erhalten den Raum, den sie benötigen – physisch wie atmosphärisch.
Einmaligkeit und Relevanz
Diese Ausstellung ist in ihrer Dichte und Qualität außergewöhnlich. Die gezeigten Werke wirken nicht austauschbar oder repräsentativ im üblichen Sinne – sie sind eigenständig, kraftvoll, singulär.
Gerade in einer Zeit, in der Bilder allgegenwärtig und schnell konsumierbar sind, entsteht hier das Gegenteil: eine Einladung zur Verlangsamung. Zur konzentrierten Betrachtung. Zur gedanklichen Vertiefung.
Für mich persönlich war diese Ausstellung eine der eindrücklichsten Präsentationen der letzten Zeit. Monumental in ihrer physischen Erscheinung – und ebenso monumental in ihrer gedanklichen Tiefe.























Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.




























