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  • narratief – Wiedemann/Mettler und die leise Kraft des Raums

    narratief – Wiedemann/Mettler und die leise Kraft des Raums

    Die Vernissage zur Ausstellung narratief bei der Galerie Urs Meile an der Rämistrasse war aussergewöhnlich lebendig. Nicht durch Lautstärke oder Inszenierung, sondern durch eine spürbare Offenheit im Raum. Die beiden Künstler Pascale Wiedemann und Daniel Mettler waren anwesend, suchten aktiv das Gespräch und nahmen sich Zeit für den Austausch mit den Besucher:innen. Genau diese unmittelbare Nähe prägte den Abend.

    Viele der Gäste bewegten sich aufmerksam durch die Ausstellung, verweilten lange, kehrten zurück und diskutierten Eindrücke. Die Atmosphäre war ruhig, konzentriert und zugleich sehr kommunikativ – ein Dialog nicht nur zwischen den Werken, sondern auch zwischen Künstler:innen und Publikum.

    Erzählen ohne Zielpunkt

    Der Titel narratief – bewusst falsch geschrieben – verweist auf Erzählen als offenen Prozess. Die Ausstellung bietet keine linearen Geschichten und keine eindeutigen Deutungen. Stattdessen entstehen Situationen, Fragmente und Stimmungen, die sich erst im eigenen Erleben zusammensetzen. Es sind Bilder, die nicht festlegen, sondern andeuten.

    Diese Offenheit zieht sich durch die gesamte Ausstellung. Sie lädt zum Innehalten ein, zum langsamen Sehen – und dazu, den eigenen Gedanken Raum zu geben.

    Samt als Raum und Körper

    Besonders eindrücklich sind die Samtarbeiten von Pascale Wiedemann. Ihre stark volumigen, raumgreifenden Werke beanspruchen den Raum körperlich. Der Samt absorbiert Licht, wirkt warm, weich und beinahe schützend. Gleichzeitig brechen gezielte Bleichungen die Oberfläche auf: Formen erscheinen wie Abdrücke, Nachbilder oder Spuren von etwas Vergangenem.

    Diese Arbeiten schaffen Innenräume, die weniger architektonisch als emotional erfahrbar sind. Sie sprechen den Körper an, nicht nur den Blick. Die Nähe, die sie erzeugen, ist unmittelbar – man steht ihnen nicht gegenüber, sondern befindet sich fast in ihnen. Für mich gehörten diese Arbeiten zu den stärksten Momenten der Ausstellung.

    Fotografische Schwellenräume

    Dem gegenüber stehen die konstruieren Fotografien von Daniel Mettler. Sie wirken kühler, distanzierter und erschliessen sich über den Blick. Gezeigt werden Übergänge, Korridore, Ecken – Räume, die nicht eindeutig sind. Es sind Orte kurz vor oder nach einem Ereignis, festgehaltene Momente, die sich einer klaren Einordnung entziehen.

    Diese Fotografien funktionieren wie Schwellen: Man benötigt einen Moment, um sich zu orientieren, Tiefe und Ausrichtung zu erfassen und die darin vermittelte Körperlichkeit wahrzunehmen. Realität und Imagination beginnen dabei zu verschmelzen.

    Zwei Positionen, ein Dialog

    Was narratief besonders macht, ist das Zusammenspiel dieser beiden Werkgruppen. Samt und Fotografie, Nähe und Distanz, Körper und Blick – zwei unterschiedliche Zugänge zu Innenräumen, die sich nicht widersprechen, sondern gegenseitig ergänzen.

    Wiedemann/Mettler arbeiten seit vielen Jahren als Duo. Ihr gemeinsamer Prozess basiert auf Reaktion, Übersetzung und wechselseitiger Beeinflussung. Diese dialogische Haltung ist in der Ausstellung deutlich spürbar: Die Werke sprechen miteinander, ohne sich zu erklären oder festzuschreiben.

    Die Vernissage machte genau das erfahrbar: eine Ausstellung, die nicht laut sein muss, um präsent zu sein – und die durch Aufmerksamkeit, Austausch und Zeit wirkt.

    Die Ausstellung ist noch bis 21. März 2026 in der Galerie Urs Meile in Zürich zu sehen. Vor allem die Samtarbeiten von Pascale Wiedemann zeigen, wie sehr Material und Raum das Erleben prägen – eine Wirkung, die sich nur im Original voll entfaltet.

    Website Galerie Urs Meile

    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
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    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief v
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.