Kategorie: Events

  • Art Salon Zürich 2026 – Kunst entdecken, Menschen begegnen

    Art Salon Zürich 2026 – Kunst entdecken, Menschen begegnen

    Vier Tage zeitgenössische Kunst, internationale Galerien und persönliche Begegnungen: Vom 22. bis 25. Oktober 2026 fand in der Halle 622 in Zürich-Oerlikon die fünfte Ausgabe des Art Salon Zürich statt. Die Messe zeigte einmal mehr, dass Kunst nicht nur vom Betrachten lebt, sondern auch vom persönlichen Austausch.

    Mit rund 40 Galerien und Stiftungen sowie Werken von über 200 Künstlerinnen und Künstlern bot der Art Salon Zürich 2026 ein vielseitiges Spektrum moderner und zeitgenössischer Kunst. Etablierte Positionen trafen auf neue Entdeckungen, Schweizer Kunst auf internationale Perspektiven.

    Seit seiner Gründung im Jahr 2022 hat sich der Art Salon einen festen Platz im Zürcher Kunstkalender erarbeitet. Die überschaubare Grösse und der persönliche Charakter der Messe schaffen einen Rahmen, in dem nicht nur Kunstwerke, sondern auch die Menschen dahinter im Mittelpunkt stehen.

    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage
    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage

    Kunst in ihrer ganzen Vielfalt

    Malerei, Skulptur, Fotografie und Arbeiten auf Papier prägten das Bild der diesjährigen Ausgabe. Von gegenständlichen Darstellungen bis zu abstrakten Bildwelten, von reduzierten Kompositionen bis zu expressiven Positionen reichte das Spektrum der präsentierten Kunst.

    Neben den Galerieständen boten verschiedene Sonderprojekte und thematische Parcours zusätzliche Einblicke. Die Vielfalt lud dazu ein, Bekanntes wiederzuentdecken und sich auf neue künstlerische Positionen einzulassen.

    Gerade die überschaubare Grösse erwies sich dabei als Vorteil. Sie ermöglichte es, sich intensiver mit einzelnen Arbeiten auseinanderzusetzen und auch jenen Werken Aufmerksamkeit zu schenken, die sich erst auf den zweiten Blick erschliessen.

    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage
    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage
    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage
    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage
    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage
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    Die Kunst der Begegnung

    Was den Art Salon Zürich besonders macht, ist nicht allein die Vielfalt der ausgestellten Werke. Es sind vor allem die Menschen und die Gespräche, die einen Messebesuch bereichern.

    Zahlreiche Begegnungen mit Galeristen und Kunstschaffenden eröffneten spannende Einblicke in künstlerische Arbeitsweisen, Hintergründe und Entstehungsprozesse. Dazu gehörten persönliche Gespräche mit den Künstlern Daniel Cherubim, Jürgen Paas und Dario Norelli. Ihre Erläuterungen ermöglichten einen vertieften Blick auf einzelne Arbeiten und machten deutlich, wie viel sich hinter einem Kunstwerk entdecken lässt, wenn man die Gelegenheit zum direkten Austausch nutzt.

    Auch der Künstler Tiziano Autera, der bereits mit einem eigenen Profil auf Artcircle vertreten ist, war mit zwei Werken auf der Messe präsent.

    Hinzu kamen zahlreiche Begegnungen mit bekannten Gesichtern aus der Zürcher Kunstwelt, interessante Gespräche und neue Kontakte. Gerade dieser persönliche Austausch macht den Art Salon zu einem lebendigen Treffpunkt, der weit über die Präsentation und den Verkauf von Kunst hinausgeht.

    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage
    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage

    Werke, die in Erinnerung bleiben

    Bei der grossen Vielfalt an künstlerischen Positionen fiel es nicht leicht, einzelne Werke hervorzuheben. Dennoch gab es einige Arbeiten, die nachhaltig beeindruckten.

    Dazu gehörten die grossformatigen Gemälde der ägyptischen Künstlerin Nada Baraka, präsentiert von der Galerie Helvetika 1575, ebenso wie die Werke von Christine Keruth am Stand der Galerie Gerig und die fotografischen Arbeiten der chinesischen Künstlerin und Buchautorin Xiao Hui Wang, die von der Galerie Glaab gezeigt wurden.

    Dies sind nur einige Beispiele aus einer Vielzahl bemerkenswerter künstlerischer Positionen. Die begleitenden Fotografien vermitteln weitere Eindrücke von der Vielfalt der ausgestellten Kunst.

    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage
    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage

    Zweimal besuchen, zweimal entdecken

    Bereits die Preview und Vernissage am Donnerstag boten Gelegenheit, erste Eindrücke zu sammeln, Kunstwerke kennenzulernen und mit den Ausstellenden ins Gespräch zu kommen.

    Ein zweiter Besuch am Samstag eröffnete nochmals neue Perspektiven. Die Eindrücke des ersten Tages liessen sich vertiefen, Gespräche fortsetzen und weitere Werke entdecken.

    Interessant war dabei auch, wie sich die Präsentationen innerhalb weniger Tage verändert hatten. Einige Arbeiten waren inzwischen verkauft und durch andere Werke ersetzt worden. So gab es selbst an bereits besuchten Galerieständen Neues zu sehen.

    Diese Dynamik gehört zum Charakter einer Kunstmesse. Sie zeigt, dass eine Ausstellung während ihrer Laufzeit keineswegs statisch sein muss, sondern sich durch Verkäufe, neue Hängungen und Begegnungen immer wieder verändert.

    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage
    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage

    Mehr als eine Kunstmesse

    Nach fünf Ausgaben hat der Art Salon Zürich ein eigenständiges Profil entwickelt. Seine Stärke liegt nicht im Streben nach immer grösseren Dimensionen, sondern in einem Format, das Kunst und Menschen zusammenbringt.

    Die Ausgabe 2026 bot zahlreiche Gelegenheiten, neue künstlerische Positionen kennenzulernen, vertraute Namen wiederzuentdecken und persönliche Kontakte zu vertiefen.

    Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie sehr persönliche Gespräche den Blick auf Kunst verändern können. Ein Werk, das zunächst vor allem visuell fasziniert, gewinnt durch die Gedanken und Erzählungen seiner Urheber oft eine zusätzliche Dimension.

    Vielleicht liegt genau darin der nachhaltigste Wert einer solchen Veranstaltung: Kunst nicht nur zu betrachten, sondern über sie ins Gespräch zu kommen – und mit neuen Eindrücken, Gedanken und Begegnungen nach Hause zu gehen.

    Art Salon Zürich 2026
    22.–25. Oktober 2026
    Halle 622, Zürich-Oerlikon
    www.artsalonzurich.com

    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage
    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage
    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage
    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage
    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage
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    Art Salon Zürich 2026 Preview & Vernissage
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    Art Salon Zürich 2026, Ronald Wissler (Artcircle.ch)
    Art Salon Zürich 2026, Ronald Wissler (Artcircle.ch)

    Galerien Art Salon 2026:

    Lenz Klotz Art Collection

    mianki.Gallery

    PYTHONGALLERY

    Laurent Marthaler Contemporary 

    Sarasin Art 

    von fraunberg art gallery

    augsburg contemporary 

    Galerie Reitz 

    BK Chromatic

    Helvetika 1575 

    Galerie Greulich

    Steinberger Galerien

    Galerie Drees

    Galerie Barbara von Stechow

    Galerie Voss

    Safetec-Gallery 

    Galerie Obrist 

    Galerie WOS 

    Galerie Gerig

    Vivere Arte Art Gallery

    MOOS fine art 

    ART FORUM UTE BARTH

    Galerie Geißler-Bentler 

    bechter kastowsky galerie 

    Galerie Alex Schlesinger

    GALERIE ANJA KNOESS 

    Galerie 94

    Rodler Gschwenter Gallery

    Galerie am Lindenhof

    FHNW, Sarasin Kunststiftung 

    Galerie Glaab

    Keller-Wedekind Stiftung

    Galerie am Lindenplatz

    Fabian & Claude Walter Galerie

    Kunstbroker 

    Galerie Meridian 

    Peter Bichsel Fine Books

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien/Museen.

  • Was ist uns eigentlich heilig?

    Was ist uns eigentlich heilig?

    Ein Kreuz aus Discokugeln, eines aus Federn, ein anderes aus Perlen oder Fundstücken. Die Ausstellung «Sacred Pop Art» im Zürcher SiloSilo zeigte, wie aus einem jahrtausendealten Symbol eine überraschend zeitgenössische und farbenfrohe Kunstwelt entstehen kann. Und stellte dabei eine Frage, die weit über religiöse Vorstellungen hinausgeht.

    Ein ehemaliges Industriesilo, mächtige Stahlkonstruktionen, kaum Tageslicht. Schon der Ort war ungewöhnlich. Doch was Jeanine Merz und Christian Breitschmid hier unter dem Titel «Sacred Pop Art» präsentierten, war weit mehr als eine Kunstausstellung in spektakulärer Kulisse.

    222 Kunstwerke, ein einziges formales Motiv: das Kreuz. Und dennoch schien sich keine Idee zu wiederholen.

    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo

    Ein Symbol, unzählige Interpretationen

    Das Kreuz gehört zu den bekanntesten Symbolen unserer Kultur. Seit Jahrhunderten wird es verehrt, getragen und dargestellt. Doch was geschieht, wenn man es aus seinem gewohnten Zusammenhang löst und mit vollkommen anderen Materialien und Bedeutungen verbindet?

    Die beiden Kunstschaffenden haben darauf eine ebenso spielerische wie konsequente Antwort gefunden.

    Pailletten, Stoffreste, Federn, Perlen, Spielzeug, glänzende Folien und Dinge, die andernorts vielleicht längst im Abfall gelandet wären, wurden zu eigenständigen Kunstobjekten. Mal schrill und überbordend, mal filigran und zurückhaltend. Manche Arbeiten wirkten humorvoll, andere poetisch, wieder andere fast meditativ.

    Gerade diese gestalterische Vielfalt war beeindruckend. Denn obwohl das Kreuz als Grundform immer wiederkehrte, eröffnete jedes Werk eine neue Perspektive.

    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo

    Alles ist heilig

    Hinter dieser kreativen Fülle steht ein Gedanke, der zunächst überraschend einfach klingt: Alles ist heilig.

    Nicht nur das Kostbare oder religiös Verehrte. Auch das Alltägliche, das Künstliche, das Vergessene und das scheinbar Wertlose.

    Eine Plastikperle besitzt in dieser Vorstellung nicht weniger Bedeutung als Gold. Eine Feder aus einem alten Kostüm kann ebenso viel Energie in sich tragen wie ein kostbares Relikt.

    Es geht dabei weder um eine religiöse Ausstellung im klassischen Sinn noch um eine Kritik am Christentum. Vielmehr wird das Kreuz zum Sinnbild einer universellen Verbundenheit. Einer Energie, die nach Vorstellung der Kunstschaffenden alles durchdringt und keine Unterscheidung zwischen heilig und profan kennt.

    Das ist ein durchaus philosophischer Ansatz. Und vielleicht gerade deshalb so interessant, weil er nicht mit schwerer Symbolik vermittelt wird, sondern mit Farbe, Humor und einer bemerkenswerten gestalterischen Freiheit.

    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo

    Wenn Architektur zur Inszenierung wird

    Ebenso eindrucksvoll wie die Kunstwerke war ihre Präsentation.

    Das weitgehend fensterlose SiloSilo mit seinen gewaltigen Stahlträgern, industriellen Oberflächen und ungewöhnlichen Raumdimensionen entwickelte eine ganz eigene Atmosphäre. Das künstliche Licht setzte gezielte Akzente und liess die farbenfrohen Arbeiten vor der rauen Architektur besonders intensiv wirken.

    Bemerkenswert war vor allem, wie selbstverständlich die Kunstwerke in die vorhandene Konstruktion integriert wurden. Manche waren direkt in den Profilen der Stahlträger befestigt, andere hingen frei an dünnen Schnüren im Raum.

    Nichts wirkte wie eine nachträglich eingerichtete Galerie. Vielmehr schienen Architektur und Kunst eine gemeinsame Sprache gefunden zu haben.

    Gerade der Kontrast zwischen den massiven industriellen Strukturen und den oft filigranen, spielerischen Objekten machte den Rundgang zu einem besonderen Erlebnis.

    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo

    Was bleibt?

    Im persönlichen Gespräch mit den beiden Kunstschaffenden wurde deutlich, mit wie viel Begeisterung und kreativer Energie dieses Projekt entstanden ist. Magisch, frisch und «wow» – so beschreiben sie selbst ihre Ausstellung. Und tatsächlich treffen diese Begriffe die Atmosphäre erstaunlich gut.

    Was besonders in Erinnerung bleibt, ist nicht allein die Vielfalt der 222 Arbeiten oder die aussergewöhnliche Inszenierung. Es ist die Konsequenz, mit der eine einzige Idee immer wieder neu gedacht wurde.

    «Sacred Pop Art» hat gezeigt, dass Kunst nicht kompliziert sein muss, um zum Nachdenken anzuregen. Manchmal genügt ein vertrautes Symbol, ein ungewohnter Blick darauf und die Bereitschaft, scheinbar Selbstverständliches infrage zu stellen.

    Denn vielleicht liegt das Heilige nicht nur dort, wo wir es traditionell vermuten.

    Sondern auch in den Dingen, denen wir bisher kaum Beachtung geschenkt haben.

    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo

    Über das Kunstprojekt

    «Sacred Pop Art» von Jeanine Merz und Christian Breitschmid wurde am 10. Oktober 2026 im SiloSilo in Zürich präsentiert. Die Ausstellung mit 222 Arbeiten ist inzwischen beendet.

    Weitere Informationen zum Projekt: Website iamholy.art

    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
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    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
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    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
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    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
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    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
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    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
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    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
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    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo
    Ausstellung Vernissage «Sacred Pop Art» Jeanine Merz und Christian Breitschmid im Zürcher SiloSilo

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien/Museen.

  • Was bleibt von Kunst, wenn sie niemand sieht?

    Was bleibt von Kunst, wenn sie niemand sieht?

    Die Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich bringt Werke ans Licht, die seit mindestens 50 Jahren nicht mehr öffentlich zu sehen waren. Einen Stock höher verschwindet die Kunst dagegen vollständig. Eine Ausstellung über Sichtbarkeit – und darüber, was mit Kunst passiert, wenn niemand sie sieht.

    Man weiss zunächst gar nicht, wohin man schauen soll.

    Bilder hängen dicht an dicht, teilweise bis fast unter die Decke. Grosse Gemälde neben kleinen Zeichnungen, Porträts neben Landschaften, Abstraktion neben Gegenständlichem. Dazwischen stehen rohe Holzregale, in denen weitere Werke stecken. Manche sieht man vollständig, von anderen nur einen Ausschnitt, einen Rahmen oder sogar nur die Rückseite.

    So sieht eine Ausstellung normalerweise nicht aus.

    Museen und Galerien geben Kunst Raum. Werke werden ausgewählt, auf Abstand gebracht, ins richtige Licht gesetzt. Im ersten Stock des Helmhaus passiert fast das Gegenteil.

    Die Fülle ist überwältigend – und genau darin liegt die besondere Wirkung von «In der Sonne sitzen».

    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich

    50 Jahre nicht gesehen

    Was hier so dicht nebeneinander hängt und steht, stammt aus öffentlichen Kunstsammlungen. Und keines dieser Werke wurde in den vergangenen 50 Jahren öffentlich ausgestellt. Manche waren vermutlich noch wesentlich länger nicht zu sehen.

    Plötzlich bekommt die Präsentation in den Holzregalen eine zusätzliche Bedeutung. Sie erinnert nicht nur an ein Depot. Sie macht sichtbar, was normalerweise tatsächlich hinter verschlossenen Türen geschieht.

    Und damit auch eine Realität des Kunstbetriebs, über die man als Besucher selten nachdenkt.

    Wir kennen Kunst vor allem dann, wenn sie gezeigt wird. Im Museum. In einer Galerie. Auf einer Messe. In einer Sammlung oder vielleicht in einer Wohnung. Doch hinter jedem ausgestellten Werk stehen unzählige andere, die gerade nirgendwo hängen.

    Sie lagern.

    In Museumsdepots, Archiven, Galerielagern, Ateliers, Kellern oder privaten Sammlungen. Manche für einige Monate, andere für Jahre oder Jahrzehnte.

    Gerade wenn man selbst Künstlerinnen und Künstler kennt, bekommt dieser Gedanke eine andere Dimension. Denn ein Bild ist zunächst kein Inventarstück. Jemand hat es geschaffen. Eine Idee entwickelt, Entscheidungen getroffen, verworfen, neu begonnen. Zeit investiert. Vielleicht gezweifelt.

    Und irgendwann entschieden: Jetzt ist es fertig.

    Meist verbunden mit dem Wunsch, dass jemand dieses Werk sieht.

    Was passiert also mit Kunst, wenn genau das nicht geschieht?

    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich

    Sehen – und trotzdem nicht alles sehen können

    Das Helmhaus beantwortet diese Frage nicht. Stattdessen verschärft es sie.

    Denn nun sind all diese Werke endlich wieder öffentlich zu sehen – und gleichzeitig sind es so viele, dass man unmöglich jedem einzelnen die Aufmerksamkeit schenken kann, die es in einer klassischen Ausstellung bekommen würde.

    Vor einer Museumswand kann man zurücktreten und sich auf ein Werk konzentrieren. Hier wandert der Blick ständig weiter. Ein Bild zieht das nächste nach sich. Manche Arbeiten entdeckt man erst auf den zweiten Blick. Andere verschwinden beinahe in der Menge.

    Auch in den Regalen lassen sich nicht alle Werke vollständig betrachten.

    Eigentlich müsste das frustrieren.

    Stattdessen beginnt man zu suchen.

    Man geht näher heran, schaut zwischen Rahmen, entdeckt eine Rückseite, bleibt an einem Gesicht hängen oder an einer Farbe. Und plötzlich schafft es doch wieder ein einzelnes Werk, sich aus der Masse zu lösen.

    Vielleicht liegt genau darin eine der stärksten Erfahrungen dieser Ausstellung.

    Und dann geht man einen Stock höher.

    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich

    Und plötzlich gibt es nichts mehr zu sehen

    Der zweite Stock dreht das Prinzip vollständig um.

    Während unten Hunderte Werke um den Blick der Besucher konkurrieren, werden oben zeitgenössische Kunstwerke präsentiert, die man überhaupt nicht sehen kann.

    Sie wurden eigens für «In der Sonne sitzen» entwickelt. Doch anstatt ihnen gegenüberzustehen, erfährt man von ihnen durch Erzählerinnen und Erzähler. Alle 15 Minuten wird von diesen Arbeiten berichtet.

    Die sichtbare Kunst des ersten Stocks trifft auf unsichtbare Kunst im zweiten.

    Und plötzlich stellt sich dieselbe Frage noch einmal – nur unter vollkommen anderen Vorzeichen.

    Was braucht ein Kunstwerk eigentlich, um in unserer Vorstellung zu existieren?

    Müssen wir es sehen? Oder reicht eine Beschreibung, aus der im Kopf ein eigenes Bild entsteht? Und ist dieses Bild dann noch das Werk der Künstlerin oder des Künstlers – oder bereits ein Stück weit unser eigenes?

    Gerade der Kontrast zwischen den beiden Stockwerken macht das Konzept so spannend.

    Unten möchte man mehr sehen, als man sehen kann.

    Oben kann man nur sehen, was man sich selbst vorstellt.

    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich

    Hinter jedem Bild steht ein Name. Meistens.

    An einer Wand des Helmhaus stehen die Namen der Künstlerinnen und Künstler des ersten Stocks dicht an dicht. Hunderte Namen werden zu einer beinahe grafischen Fläche.

    Bekannte Namen finden sich darunter, andere sind heute nur noch wenigen geläufig. Und zwischen all den Namen taucht immer wieder ein Wort auf: «Unbekannt».

    Auch das bleibt hängen.

    Denn plötzlich wird aus der überwältigenden Menge wieder etwas sehr Individuelles. Hinter fast jedem dieser Werke stand einmal ein Mensch mit einer eigenen Geschichte, einer eigenen Vorstellung davon, was Kunst sein kann – und vermutlich auch mit dem Wunsch, damit wahrgenommen zu werden.

    Erfolg in der Kunst ist dabei erstaunlich relativ.

    Wer wird ausgestellt? Wer wird gesammelt? Welche Werke schaffen es in die Kunstgeschichte? Welche verschwinden für Jahrzehnte in einem Depot? Und welche werden irgendwann wieder hervorgeholt und mit vollkommen anderen Augen betrachtet?

    Darauf gibt es keine einfache Antwort.

    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich

    Vielleicht muss Kunst nicht ständig sichtbar sein

    Es wäre allerdings zu einfach, ein Depot nur als einen Ort zu verstehen, an dem Kunst verschwindet.

    Museen bewahren Werke gerade deshalb auf, damit sie bleiben können. Nicht alles kann gleichzeitig gezeigt werden. Sammlungen überdauern Ausstellungen, Moden und manchmal auch die Aufmerksamkeit, die einem Künstler oder einer Künstlerin zu Lebzeiten zuteilwird.

    Ein Werk kann 50 Jahre nicht zu sehen sein – und trotzdem weiter existieren.

    Bis jemand es wieder hervorholt.

    «In der Sonne sitzen» führt diesen Gedanken auf ungewöhnliche Weise weiter. Die Ausstellung zeigt Kunst, die lange unsichtbar war, und erzählt gleichzeitig von Kunst, die bewusst unsichtbar bleibt.

    Dazwischen stehen wir als Besucher.

    Wir schauen, suchen, entdecken und stellen uns etwas vor.

    Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Stärke dieser Ausstellung. Sie zeigt nicht einfach möglichst viele Kunstwerke. Sie macht bewusst, wie sehr Kunst davon abhängt, dass jemand ihr Aufmerksamkeit schenkt.

    Und wie unterschiedlich diese Aufmerksamkeit aussehen kann.

    Manchmal genügt ein Blick.

    Manchmal braucht es Zeit.

    Und manchmal entsteht das Bild erst im Kopf.

    In der Sonne sitzen
    Helmhaus Zürich
    2. Oktober 2026 bis 3. Januar 2027
    Limmatquai 31, Zürich
    Eintritt frei

    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich
    Ausstellung «In der Sonne sitzen» im Helmhaus Zürich

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien/Museen.

  • Wenn die Orientierung verloren geht

    Wenn die Orientierung verloren geht

    Mit «I Can’t Sleep in a Library» verwandelt Tetiana Kartasheva einen kleinen Ausstellungsraum an der Klingenstrasse in Zürich in einen Ort zwischen Wachsein und Schlaf. Malerei, skulpturale Objekte, Licht und Klang verschieben dabei die Wahrnehmung – und zeigen zugleich, wie lebendig die Zürcher Kunstszene auch abseits der grossen Institutionen ist.

    Es gibt diesen kurzen Moment vor dem Einschlafen, in dem Gedanken ihre klare Ordnung verlieren. Räume verändern sich, Bilder tauchen auf und verschwinden wieder, Bekanntes erscheint plötzlich fremd.

    Genau diesem Zustand widmet sich die Ausstellung «I Can’t Sleep in a Library» der Zürcher Künstlerin Tetiana Kartasheva. Ausgangspunkt ist die Schwelle zwischen Wachsein und Schlaf – ein Zustand, in dem vertraute Räume, Gegenstände und Ordnungssysteme ihre festen Koordinaten verlieren.

    Kartasheva übersetzt diese Erfahrung in Malerei, skulpturale Objekte und eine bewusst inszenierte räumliche Situation. Formen und Muster wirken zunächst vertraut, sind aber leicht verschoben. Orientierung wird unsicher, Wiedererkennen geht in Irritation über.

    Venissage I can’t sleep in the library Tetiana Kartasheva

    Wenige Elemente, präzise inszeniert

    Der Ausstellungsraum an der Klingenstrasse 23 ist nicht gross. Gerade das funktioniert hier erstaunlich gut. Die Arbeiten bekommen genügend Raum, ohne dass die Ausstellung distanziert wirkt. Auch die Beleuchtung wurde eigens auf die Präsentation abgestimmt und verstärkt die konzentrierte Atmosphäre.

    Die reduzierte Formensprache ist charakteristisch für Kartashevas Arbeit. Die ukrainisch-schweizerische Künstlerin lebt und arbeitet in Zürich und beschäftigt sich mit dem Menschen in einer zunehmend beschleunigten Welt sowie mit dem Raum als Struktur, in der sich der Körper bewegt und orientiert. Malerei, Grafik und Installation verbindet sie dabei mit reduzierten Formen, räumlicher Balance und rhythmischen Wiederholungen.

    Gerade diese formale Klarheit erzeugt in «I Can’t Sleep in a Library» einen interessanten Widerspruch: Die Bilder erscheinen geordnet, während das Thema der Ausstellung von Kontrollverlust und Desorientierung handelt.

    Venissage I can't sleep in the library Tetiana Kartasheva
    Venissage I can’t sleep in the library Tetiana Kartasheva

    Ein Bett im Schaufenster

    Besonders eindrücklich ist die Installation im Schaufenster. Dort liegt ein Bett – ein alltäglicher, fast intimer Ort des Rückzugs – unmittelbar an der Grenze zwischen Ausstellungsraum und Strasse.

    Mit Kopfhörern lässt sich dort eine Klangarbeit von Dana Borić hören. Die in Zürich lebende Klangkünstlerin, Komponistin und Improvisatorin erweitert Kartashevas Auseinandersetzung mit dem Übergang zwischen Wachsein und Schlaf in den akustischen Raum. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen zeitgenössischer Komposition, Klangkunst, Improvisation und Performance und beschäftigt sich unter anderem mit Raum, Erinnerung und körperlichem Hören.

    Durch das grosse Fenster entsteht dabei noch eine weitere Ebene: Innen und Aussen überlagern sich. Ausstellung, Strasse, Spiegelungen und Menschen werden Teil desselben Bildes. Das Bett wirkt wie ein privater Raum, der gleichzeitig vollkommen öffentlich geworden ist.

    Venissage I can't sleep in the library Tetiana Kartasheva
    Venissage I can’t sleep in the library Tetiana Kartasheva

    Kunst entsteht auch durch Begegnung

    Tetiana Kartasheva kannte ich bereits über Instagram. Die Vernissage war deshalb eine gute Gelegenheit, ihre Arbeiten nicht nur im Raum zu erleben, sondern auch länger mit ihr über ihre künstlerische Arbeit zu sprechen.

    Auch Yulia Virts, die gelegentlich für Artcircle schreibt, war vor Ort und hatte Tetiana beim Aufbau der Ausstellung unterstützt. Beide sind befreundete Künstlerinnen. Unter den Gästen waren weitere Künstlerinnen und Künstler aus ihrem Umfeld.

    Das ist vielleicht nur eine Randbeobachtung – und gleichzeitig eine, die viel über eine Kunstszene erzählt.

    Denn zeitgenössische Kunst in Zürich findet nicht nur im Kunsthaus, in Museen oder in den etablierten Galerien statt. Sie entsteht auch in kleinen Projekträumen, temporären Ausstellungen und durch Künstlerinnen und Künstler, die eigene Projekte initiieren, sich gegenseitig unterstützen und Menschen zusammenbringen.

    Gerade solche Abende machen diese andere Seite der Zürcher Kunstszene sichtbar: persönlich, unmittelbar und erstaunlich lebendig.

    Venissage I can't sleep in the library Tetiana Kartasheva
    Venissage I can’t sleep in the library Tetiana Kartasheva

    Tetiana Kartasheva

    Tetiana Kartasheva, geboren 1989, ist eine ukrainisch-schweizerische Künstlerin mit Atelier in Zürich. Sie studierte Bildende Kunst in Kyiv und absolvierte später ein CAS in Curating an der Zürcher Hochschule der Künste. Ihre Arbeiten wurden in der Schweiz und international gezeigt, unter anderem im Helmhaus Zürich, in der Kulturhaus Helferei, bei Visarte Zürich sowie in verschiedenen unabhängigen Kunsträumen und Ausstellungsformaten.

    I Can’t Sleep in a Library
    Tetiana Kartasheva
    2.–7. Oktober 2026
    Klingenstrasse 23, Zürich

    Mit einer Klangarbeit von Dana Borić.

    Venissage I can't sleep in the library Tetiana Kartasheva
    Venissage I can’t sleep in the library Tetiana Kartasheva
    Venissage I can't sleep in the library Tetiana Kartasheva
    Venissage I can’t sleep in the library Tetiana Kartasheva
    Venissage I can't sleep in the library Tetiana Kartasheva
    Venissage I can’t sleep in the library Tetiana Kartasheva

    Textdokument zur Ausstellung

    Tetiana Kartasheva CV und Portfolio

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien/Museen.

  • Vessels – wenn ein Gefäss zur Erinnerung wird

    Vessels – wenn ein Gefäss zur Erinnerung wird

    Manchmal beginnt eine Ausstellung mit einer sehr einfachen Form. Bei Jasmin Blasco ist es das Gefäss. In seiner aktuellen Ausstellung „Vessels“ in der Lea Bischofberger Gallery in Zürich wird daraus ein Motiv, das sich immer wieder verändert – und gleichzeitig eine sehr persönliche Geschichte erzählt.

    Nach dem Tod seines Vaters Claude Picasso im August 2023 begann Blasco wieder regelmässig zu zeichnen. In den Tagen rund um dessen Einäscherung beschäftigte ihn die Vorstellung der Urne als Gefäss: Wie kann ein Objekt ein Leben aufnehmen, bewahren oder überhaupt repräsentieren? Gleichzeitig erinnerte er sich an antike griechische Keramiken, die ihm sein Vater bereits in seiner Kindheit nähergebracht hatte. 

    Daraus entwickelte sich eine tägliche zeichnerische Praxis. Von Ende 2023 bis September 2024 wurde das Gefäss zum wiederkehrenden Motiv, teilweise entstanden mehrere Zeichnungen am Tag. Mit wenigen Mitteln – Papier und Farbstiften – variierte Blasco Form, Linie, Farbe und Ornament immer wieder neu. Nicht das fertige Ergebnis stand dabei am Anfang, sondern ein Prozess, dessen Entwicklung bewusst offenblieb.

    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS

    Zarte Arbeiten, starke Räume

    Bemerkenswert ist auch ihre Präsentation. Lea Bischofberger nutzt Farbe immer wieder sehr bewusst als Teil ihrer Ausstellungen. Auch bei „Vessels“ bleiben die Wände nicht neutral: warme Terrakotta- und Rosétöne bilden den Hintergrund für die teilweise sehr feinen und zurückhaltenden Zeichnungen.

    Gerade dieser Kontrast gibt den Arbeiten Präsenz. Die farbigen Räume konkurrieren nicht mit ihnen, sondern scheinen sie regelrecht einzufassen. Besonders deutlich wird das bei einer Gruppe von zwölf kleinformatigen Zeichnungen, die streng angeordnet gemeinsam an einer Wand hängen. Aus einzelnen Variationen eines Motivs entsteht ein Gesamtbild.

    Auch die grösseren Gefässzeichnungen wirken in dieser Umgebung weniger wie isolierte Arbeiten als vielmehr wie Bestandteile eines Raumes, in dem Kunst und Inszenierung zusammengedacht werden.

    Eine Geschichte über mehrere Generationen

    Ganz im Hintergrund schwingt dabei eine bekannte Kunstgeschichte mit. Jasmin Blasco ist der Sohn von Claude Picasso und damit Enkel von Pablo Picasso. Claude hatte selbst eine enge Beziehung zur Keramik, nicht zuletzt durch seinen Vater, der sich intensiv mit diesem Medium beschäftigte. Blasco greift diese Familiengeschichte nach eigener Darstellung jedoch nicht bewusst als kunsthistorisches Programm auf. Sie bildet vielmehr einen Hintergrund, aus dem das Motiv des Gefässes hervorgegangen ist. 

    Auch zur Familie Bischofberger besteht eine lange persönliche Verbindung. Wie Nina Baier-Bischofberger bei der Vernissage erzählte, kennt die Familie Jasmin Blasco bereits seit seiner Kindheit. Eine kleine Randnotiz, die an diesem Abend dennoch gut zur persönlichen Atmosphäre der Ausstellung passte.

    Zeichnung trifft Sound

    „Vessels“ beschränkt sich zudem nicht auf die Arbeiten an den Wänden. Jasmin Blasco arbeitet eigentlich medienübergreifend mit Sound, Sprache, Film, Installation, Zeichnung und Performance. Für die Ausstellung erscheint auch eine signierte und nummerierte Publikation, die eines seiner ursprünglichen Skizzenbücher vollständig wiedergibt. Ergänzt wird sie durch eine Vinylplatte mit den Soundarbeiten „Water“ und „Ash“. 

    Damit lässt sich die Serie auf unterschiedliche Weise erleben: als einzelne Zeichnung an der Wand, als Abfolge im Skizzenbuch und über den Klang.

    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS

    Eigenständig – auch beim Termin

    Interessant war schliesslich auch der Zeitpunkt der Vernissage. Nur einen Tag zuvor hatte Zürich mit dem gemeinsamen Saisonstart der Galerien einen der dichtesten Kunstabende des Jahres erlebt. Lea Bischofberger entschied sich mit ihrer Eröffnung bewusst für den darauffolgenden Abend.

    Der Galerie geschadet hat das offensichtlich nicht. Zahlreiche Freunde und Wegbegleiter waren gekommen, und die Atmosphäre bot viel Raum für Gespräche. Vielleicht passt gerade diese Eigenständigkeit ziemlich gut zu einer Galerie, die auch bei der Gestaltung ihrer Räume selten den neutralen Weg wählt.

    Jasmin Blasco – Vessels
    18. September bis 31. Oktober 2026
    Lea Bischofberger Gallery, Rämistrasse 23, Zürich 

    Website Lea Bischlofberger Gallery

    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS
    Lea Bischofberger Gallery Vernissage JASMIN BLASCO VESSELS

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • TWELVE ROOMS – wenn zwölf kleine Räume einen grossen Ort schaffen

    TWELVE ROOMS – wenn zwölf kleine Räume einen grossen Ort schaffen

    Manche der interessantesten Kunstorte entdeckt man ungeplant.

    Vernissagen sind nicht nur Orte für Kunst, sondern auch für Begegnungen und Austausch. So ergab sich bei „VESSELS“ in der Galerie Lea Bischofberger im Zürcher Seefeld aus einem Gespräch die spontane Einladung, anschliessend noch eine weitere Vernissage ganz in der Nähe zu besuchen: TWELVE ROOMS.

    Ich kannte den Ort bis dahin nicht. Aus einem kurzen Abstecher wurde ein überraschend langer und besonderer Abend.

    Denn TWELVE ROOMS ist alles andere als eine gewöhnliche Galerie.

    Zwölf Fächer werden zu zwölf Ausstellungsräumen

    An der Seefeldstrasse 9 befindet sich in einer Aussenfassade ein alter Verkaufsautomat mit zwölf verglasten Fächern. Wo früher Kaffee und Tee verkauft wurden, ist heute zeitgenössische Kunst zu sehen – in zwölf Ausstellungsräumen, Room I bis Room XII.

    Hinter TWELVE ROOMS steht der Architekt Roman Sokalski. Die Idee entstand, wie er erzählt, eigentlich durch Zufall. Seit Jahren kam er an dem Automaten vorbei. Seine Büros und Firmen befinden sich zwischen Bellevue und Seefeld, ein befreundeter Geigenbauer arbeitet im selben Haus. Der ungenutzte Automat war einfach immer da – etwas vergessen und gleichzeitig erstaunlich präsent.

    Irgendwann begann Sokalski, das Objekt mit anderen Augen zu betrachten. Gerade aus architektonischer Perspektive lag sein Potenzial eigentlich offen vor ihm: zwölf kleine Räume hinter Glas, mitten in der Stadt und jederzeit für alle sichtbar.

    „Man muss eigentlich gar nicht viel hinzufügen“, sagt Sokalski.

    So entstand 2026 TWELVE ROOMS – verbunden mit einem ebenso einfachen wie treffenden Gedanken:

    Nothing to buy and everything to discover.

    Ein Automat mit eigener Geschichte

    Auch die Geschichte des Ortes macht das Projekt besonders.

    Bis ungefähr zum Jahr 2000 befand sich in dem Haus das Café Gleich, eines der frühen vegetarischen Restaurants Zürichs. Das Gebäude gehört bis heute der Familie Gleich. An der Hausecke wurde der Automat eingebaut, um geröstete Kaffeebohnen und Tee zu verkaufen – jeweils für einen Franken.

    Und er funktioniert vollständig mechanisch. Eine Einfrankenmünze wird eingeworfen, danach lässt sich das entsprechende Fach öffnen.

    Irgendwann wurde ausgerechnet dieser Preis zum Problem. Für einen Franken liess sich kaum noch etwas sinnvoll verkaufen. Das Café verschwand, der Automat blieb – rund 25 Jahre weitgehend ungenutzt. Als Sokalski ihn übernahm, existierten nicht einmal mehr die Schlüssel.

    Gerade diese Vorgeschichte ist für TWELVE ROOMS wesentlich. Der Automat wurde nie als Kunstraum entworfen. Seine Proportionen, seine Mechanik und seine zwölf Fächer waren längst vorhanden.

    Aus zwölf Warenfächern wurden zwölf Ausstellungsräume.

    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld

    Florian Graf – Common Grounds

    An diesem Abend eröffnete mit „Common Grounds“ von Florian Graf bereits die zweite Ausstellung bei TWELVE ROOMS.

    Graf richtet den Blick auf Dinge, die uns im Alltag so selbstverständlich umgeben, dass wir sie kaum noch wahrnehmen: eine Tasse, einen Bleistift, eine Tube Kondensmilch. In seinen Arbeiten werden daraus Objekte, die von Sprache, Gewohnheiten, gesellschaftlichen Übereinkünften und gemeinsamer Erinnerung erzählen.

    Besonders unmittelbar verbindet sich „Botany of Distribution“ mit der Geschichte des Ortes. Die Keramik-Edition erinnert an die ursprüngliche Funktion des Verkaufsautomaten und zugleich an eines unserer alltäglichsten sozialen Rituale: gemeinsam Tee oder Kaffee zu trinken und miteinander ins Gespräch zu kommen.

    Andere Arbeiten spielen mit Sprache und Bedeutung. „2B or not 2B“ und „Bilateral“ nehmen den Bleistift als Werkzeug des Zeichnens, Schreibens, Korrigierens und Verhandelns auf. Bei „Konsensmilch“ wird sogar die Kondensmilch zum Ausgangspunkt einer Reflexion über gesellschaftlichen Konsens – etwas vermeintlich Gemeinsames, das immer wieder neu hergestellt und ausgehandelt werden muss.

    In den zwölf Fächern entsteht daraus keine lineare Erzählung. Vielmehr kreisen die Arbeiten um eine Frage: Wie bekommen alltägliche Gegenstände eine gemeinsame Bedeutung?

    Der Ort könnte dafür kaum passender sein. Wo früher Waren ausgegeben wurden, werden heute Gedanken in Umlauf gebracht.

    Wenn der Massstab plötzlich ein anderer wird

    Bei der Auswahl der Künstlerinnen und Künstler spielt für Sokalski bisher auch der Zufall eine Rolle. Die ersten Positionen verbindet jedoch ein Interesse an Raum und eine gewisse Nähe zur Architektur.

    Gerade Künstler, die normalerweise mit grossen Räumen oder Installationen arbeiten, stehen hier vor einer ungewöhnlichen Aufgabe. Statt einer Halle oder eines klassischen Galerieraums bleiben zwölf winzige Fächer.

    „Der Automat zwingt zu einem völlig anderen Massstab“, beschreibt Sokalski diesen Reiz.

    Zu einem starren kuratorischen Prinzip soll das allerdings nicht werden. Sokalski möchte den eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern möglichst grosse Freiheit lassen. Es gibt keine Vorgaben dafür, wie die zwölf Räume zu bespielen sind. Nicht ein festgelegtes Ausstellungsschema, sondern die Auseinandersetzung der jeweiligen Position mit diesem ungewöhnlichen Ort soll bestimmen, was entsteht.

    Damit wird die räumliche Beschränkung paradoxerweise zu einer Form von Freiheit: Der Rahmen ist extrem klein – was darin passiert, bleibt weitgehend offen.

    Von Sicherheit und Sehnsucht

    Wie unterschiedlich das aussehen kann, zeigte bereits die erste Ausstellung „Halo Konsum / What Remains Is the Longing“ von Matthias Megyeri.

    Megyeri beschäftigt sich seit mehr als zwei Jahrzehnten mit den kulturellen, sozialen und psychologischen Dimensionen von Sicherheit. Zäune, Stacheldraht, Schlösser, Ketten oder Alarmanlagen verlieren bei ihm ihre rein funktionale Bedeutung und werden zu eigentümlich verführerischen Objekten zwischen Schutz und Kontrolle, Anziehung und Abgrenzung.

    Für TWELVE ROOMS wurden Arbeiten aus seinem „Sweet Dreams Security®“-Universum zu Miniaturen und beinahe zu Reliquien. Gerade in einem ehemaligen Verkaufsautomaten bekommt diese Verschiebung eine zusätzliche Ebene: Konsum, Begehren und das Versprechen von Sicherheit treffen auf einen Ort, der ursprünglich für den automatisierten Verkauf geschaffen wurde.

    Megyeri lebt und arbeitet zwischen Stuttgart und London. Seine Arbeiten wurden international gezeigt, unter anderem im Museum of Modern Art in New York, im Design Museum London und im Israel Museum in Jerusalem. Werke seiner „Sweet Dreams Security®“-Serie befinden sich unter anderem in den Sammlungen des MoMA und des Ludwig Museums Budapest.

    Dass sowohl Matthias Megyeri als auch Florian Graf an diesem Abend anwesend waren, machte es möglich, nicht nur die Arbeiten zu betrachten, sondern den Ort und seine Idee unmittelbar im Austausch zu erleben.

    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf (links) und Roman Sokalski (rechts) in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf (links) und Roman Sokalski (rechts) in Zürich Seefeld

    Wenn die Galerie auf die Strasse wächst

    Was mich an diesem Abend mindestens genauso beeindruckt hat wie das Ausstellungskonzept, spielte sich vor den zwölf Räumen ab.

    Die Vernissage war sehr gut besucht. Menschen standen vor der Fassade und auf dem Trottoir, unterhielten sich bei Sekt und Wein, dazu gab es ein Buffet. Viele kannten sich, andere kamen hinzu. Menschen aus Kunst, Architektur und dem kreativen Umfeld trafen aufeinander, Gespräche entstanden und neue Bekanntschaften ebenso.

    Aus einer Vernissage vor zwölf winzigen Ausstellungsräumen wurde im Laufe des Abends fast eine kleine Party, die bis in die späten Stunden dauerte.

    Und damit passierte etwas Interessantes: Die eigentliche Galerie blieb unverändert klein, aber ihr Raum wurde immer grösser.

    Das Trottoir wurde zum Treffpunkt, die Strasse zum Kommunikationsraum.

    Vielleicht liegt genau darin eine besondere Qualität von TWELVE ROOMS. Kunst wird hier nicht durch Quadratmeter definiert. Die zwölf Fächer geben den Werken einen konzentrierten Rahmen – und alles, was daraus an Begegnungen, Gesprächen und Gedanken entsteht, breitet sich davor aus.

    Vom Verkaufsautomaten zum Kunstraum – und wieder zurück

    Sokalski interessiert gerade das Spannungsfeld zwischen der heutigen künstlerischen Nutzung und der ursprünglichen Funktion des Automaten.

    In der Adventszeit soll deshalb aus „Nothing to buy“ vorübergehend wieder etwas werden, das man tatsächlich kaufen kann. Geplant ist, handgeschriebene Witze von Künstlerinnen und Künstlern für einen Franken anzubieten.

    Dann funktioniert der alte Mechanismus wieder wie früher: Münze einwerfen, Fach öffnen, etwas entnehmen.

    Nur dass statt Kaffee oder Tee diesmal eine Idee verkauft wird.

    Es ist eine kleine Intervention, die sehr gut zu TWELVE ROOMS passt. Die Geschichte des Ortes wird nicht nostalgisch konserviert, sondern immer wieder neu aufgegriffen und weitergedacht.

    Was als Nächstes kommt

    Auch die nächste Ausstellung zeigt, wie unterschiedlich die zwölf Räume interpretiert werden können. Im November folgt „Persona Hotel“ von lu:nu einer anonymen dänischen Künstlerin.

    Dann verwandeln sich die Fächer in zwölf identische Hotelzimmer und zugleich in kleine Kinos. In jedem erscheint dasselbe Bild einer einzelnen Figur mit geometrischer Maske. Durch die Wiederholung verschiebt sich der Blick vom Individuum hin zu Fragen nach Identität, sozialer Rolle und dem, was Menschen miteinander verbindet.

    Wieder werden die zwölf Räume also nicht einfach gefüllt. Ihre Architektur wird zum Ausgangspunkt der künstlerischen Idee.

    Vielleicht ist es genau das, was TWELVE ROOMS so interessant macht: ein fast übersehbarer Ort mitten in Zürich, eine vorhandene Struktur, die niemand als Galerie geplant hat, und ein Initiator, der darin das Potenzial für Kunst erkannt hat.

    Für mich begann der Abend mit einer spontanen Einladung. Ich wollte eigentlich nur kurz vorbeischauen und blieb viel länger als gedacht.

    Es sind solche Orte und Begegnungen, die zeigen, wie vielfältig eine Kunstszene sein kann – gerade auch abseits der grossen Museen und etablierten Galerien.

    Man muss sie nur entdecken.

    Website TWELVE ROOMS

    Instagram @twelve_rooms

    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld
    Vernissage TWELVE ROOMS Florian Graf in Zürich Seefeld

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • Kunstwerke, die den Blick nicht loslassen

    Kunstwerke, die den Blick nicht loslassen

    Xiao Guo Hui bei Galerie Fabian Lang in Zürich

    Beim Saisonstart der Zürcher Galerien am 17. September ist das Angebot gross, die Qualität hoch – und die Zeit für die einzelnen Stationen entsprechend knapp. Umso bemerkenswerter, wenn aus einem geplanten kurzen Besuch einer der längeren Aufenthalte des Abends wird. So geschehen bei Fabian Lang.

    Dafür gab es gleich mehrere Gründe: die herzliche Begrüssung durch das Galerieteam, vertraute Begegnungen, gute Gespräche mit Fabian Lang und dem Künstler selbst – und vor allem Kunstwerke, vor denen man nicht einfach nach einem kurzen Blick weitergeht.

    Denn je länger man die Arbeiten von Xiao Guo Hui betrachtet, desto mehr beginnt man zu entdecken.

    Mit „This Side of the Mountain, the Other Side of the Water“ zeigt die Galerie Fabian Lang die zweite Einzelausstellung des Künstlers in Zürich. Die aktuelle Werkgruppe entstand über einen Zeitraum von rund zwei Jahren. Xiao Guo Hui arbeitet mit Eitempera auf Leinen – einer traditionellen Maltechnik, die seinen Bildern ihre besondere, beinahe entrückte Wirkung verleiht.

    Doch es ist nicht allein die Technik, die den Blick festhält.

    Impressionen Vernissage Galerie Fabian Lang Xiao Guo_ Hui

    Vertraut – und doch vollkommen anders

    Auf den ersten Blick begegnen uns Szenen und Kompositionen, die bisweilen etwas historisch Vertrautes besitzen. Xiao Guo Hui bezieht sich unter anderem auf die Bildwelten der Frührenaissance und Künstler wie Giotto oder Piero della Francesca. Auch bekannte Motive und Bildordnungen scheinen immer wieder auf.

    Doch das vermeintlich Vertraute beginnt schnell zu kippen.

    Historische Referenzen werden aufgegriffen, verfremdet und mit Elementen unserer Gegenwart verbunden. Religiöse und kunsthistorische Anklänge treffen auf moderne Symbole, gesellschaftliche Konflikte und irritierende Details. Manche Szenen erinnern in ihrer Komposition an Bilder, die tief im kollektiven visuellen Gedächtnis verankert sind – und erzählen dennoch etwas vollkommen anderes.

    Gerade diese Überlagerungen machen die Arbeiten so spannend.

    Je länger man hinsieht, desto mehr entdeckt man

    Man kann Xiao Guo Huis Bilder aus der Distanz betrachten. Ihre eigentliche Faszination entfalten sie jedoch, wenn man näher herantritt und sich Zeit nimmt.

    Dann beginnt das Auge zu wandern.

    Über Figuren und Gesten, Gegenstände und Symbole, über kleine Nebenszenen bis hin zu winzigen Details, die beim ersten Blick kaum auffallen. Was zunächst nebensächlich erscheint, kann plötzlich eine neue Bedeutungsebene öffnen oder die Wahrnehmung der gesamten Szene verändern.

    Das Betrachten wird fast zu einer Form des Lesens – nur ohne vorgegebene Reihenfolge.

    Und genau darin liegt für mich eine besondere Qualität dieser Arbeiten: Sie erschliessen sich nicht auf einen Blick. Man entdeckt etwas, schaut weiter, kehrt zurück und entdeckt erneut etwas, das vorher übersehen wurde.

    Gleichzeitig bleiben die Bilder offen für unterschiedliche Lesarten. Historische Referenzen treffen auf sehr gegenwärtige Themen. Krieg, gesellschaftliche Konflikte und unsere zunehmend medial vermittelte Wahrnehmung von Ereignissen spielen in der aktuellen Werkgruppe eine wichtige Rolle. Wie verändert sich unser Verhältnis zu einem Geschehen, wenn wir es vor allem über Bilder und Bildschirme erleben? Wie nah ist uns etwas, das wir sehen – und wie weit entfernt bleiben wir dennoch?

    Xiao Guo Hui beantwortet diese Fragen nicht. Seine Bilder lassen sie im Raum stehen.

    Wenn aus Kunst Gespräche entstehen

    Die Vernissage war ausgesprochen gut besucht. Trotzdem blieb der Abend nicht bei der klassischen Betrachtung der Werke.

    Fabian Lang führte persönlich in die Ausstellung ein und sprach über Xiao Guo Huis Arbeit und die Hintergründe der neuen Werkgruppe. Anschliessend kam auch der Künstler selbst zu Wort. Xiao Guo Hui und seine Frau waren zur Eröffnung in Zürich, und auch nach der offiziellen Einführung setzte sich der Austausch fort.

    Der Künstler sprach mit den Gästen über seine Arbeiten, beantwortete Fragen und gab im persönlichen Gespräch weitere Einblicke in seine Gedanken und seine Arbeitsweise. Auch ich hatte Gelegenheit, mich sowohl mit ihm als auch etwas länger mit Fabian Lang auszutauschen.

    Hinzu kamen spontane Begegnungen – unter anderem mit einer kunstinteressierten Bekannten, die ich dort traf. Genau solche Momente machen eine Vernissage für mich interessant: Kunst wird nicht nur betrachtet, sondern zum Ausgangspunkt für Gespräche und neue Perspektiven.

    Vielleicht war genau das der Grund, warum aus dem geplanten kurzen Besuch einer der längeren Aufenthalte des Abends wurde.

    Die herzliche Atmosphäre in der Galerie, interessante Begegnungen und Gespräche – und vor allem Bilder, bei denen man auch nach längerem Betrachten das Gefühl hat, noch längst nicht alles gesehen zu haben.

    Xiao Guo Hui
    This Side of the Mountain, the Other Side of the Water
    17. September – 7. November 2026
    Galerie Fabian Lang
    Obere Zäune 12, 8001 Zürich

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    Vernissage THIS SIDE OF THE MOUNTAIN, THE OTHER SIDE OF THE WATER
Galerie Fabian Lang Xiao Guo Hui
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    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • Presence: Die Kunst, im Hier und Jetzt zu sein

    Presence: Die Kunst, im Hier und Jetzt zu sein

    «Presence» ist ein Projekt der Kyiv Design Week, das im Rahmen der Zurich Design Weeks 2026 vom 17. bis 27. September in der Wasserkirche Zürich gezeigt wird. Die Installation beschäftigt sich mit Zeit, Beziehungen und Verantwortung. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Nachhaltigkeit, des ökologischen Bewusstseins und unseres Verhältnisses zur natürlichen Umwelt.

    Skulpturen, funktionale Objekte, Videoarbeiten, Düfte und Musik schaffen einen Raum für Wahrnehmung, Reflexion und Dialog. Design wird dabei bewusst weit gefasst: als kulturelle Disziplin, die funktionale Kunst, Materialforschung und zeitgenössische künstlerische Praxis miteinander verbindet.

    Es ist bereits das vierte ukrainische Projekt, das die Kyiv Design Week im Rahmen der Zurich Design Weeks präsentiert. Gleichzeitig entsteht eine Begegnung zwischen zeitgenössischer ukrainischer Kultur und einem der markantesten historischen Orte Zürichs.

    Ausstellung Kyiv Design Week Wasserkirche Nora Dal Cero 2
    Ausstellung Kyiv Design Week Wasserkirche Nora Dal Cero 2

    Was bedeutet es, wirklich präsent zu sein?

    Das Wort «Präsenz» erweist sich als wesentlich komplexer, als es zunächst scheint. Seine Bedeutung wirkt selbstverständlich und ist im Alltag doch nur schwer zu erfassen. Oft leben wir gedanklich entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Wir erinnern uns an Vergangenes, planen Kommendes und versuchen vorauszudenken. Nur selten befinden wir uns tatsächlich ganz in dem Moment, in dem wir gerade leben.

    Hier und jetzt zu sein, ohne gedanklich in die Vergangenheit oder Zukunft auszuweichen, kann deshalb als eine eigene Kunst verstanden werden – eine Fähigkeit, die erlernt werden muss.

    Das diesjährige Thema der Zurich Design Weeks, OUT OF…, bildet den Ausgangspunkt für das kuratorische Konzept. Bevor wir uns nach aussen bewegen, fordert die Ausstellung dazu auf, innezuhalten und zu betrachten, wo und wie wir heute präsent sind: in unserer eigenen Zeit, in unserem Körper, in dem Raum, der uns umgibt, und auf dieser Erde.

    Drei Gärten der Erinnerung

    Die Ausstellung entfaltet sich in drei kuppelförmigen, an Gewächshäuser erinnernden Strukturen. Die Kuratorin Anastasiia Biletska hat sie als drei Gärten der Erinnerung gestaltet: den Forgotten Garden, den Magic Garden und den Garden of Childhood.

    Ergänzt werden diese drei Bereiche durch eine zentrale Ebene, die sich mit ukrainischem Boden als Materie, Erinnerung und Territorium auseinandersetzt. Hinzu kommt eine Video- und Klangarbeit rund um die Limmat – jenen Fluss, der einst unter der Kirche hindurchfloss.

    Das Projekt vereint fünfzehn Künstlerinnen, Künstler und Designerinnen und Designer: Alyona Shybunova, Dasha Tsapenko, Kateryna Kuznetsova und Valeriy Kuznetsov, Ksenia Ryntovt und Yurii Ryntovt, Lidia Kolchenko, Olga Vynogradova, Olha Denysova, Oleksandr Chikurov, Polina Moroz, Tetyana Kulminska (TANSKI), Tetiana Shaleva, Yelyzaveta Rudenok und Joseph Virts.

    Kuratiert wurde die Ausstellung von Anastasiia Biletska und Andriy Kapalb.

    Wenn Präsenz wörtlich wird

    Besonders bemerkenswert ist, dass mehrere der beteiligten Künstlerinnen persönlich bei der Eröffnung anwesend sein konnten. Dazu gehören Alyona Shybunova, Lidia Kolchenko und Ksenia Ryntovt. Während der Ausstellung treten sie direkt mit den Besucherinnen und Besuchern in den Dialog.

    Hier spricht nicht allein das Werk für sich. Die Künstlerinnen begegnen dem Publikum persönlich, erläutern ihre Arbeitsweise und beantworten Fragen. Dadurch wird Präsenz nicht nur zum metaphorischen Thema der Ausstellung, sondern zu einer tatsächlich erlebbaren Situation.

    «Presence» ist vom 17. bis 27. September 2026, täglich von 12:00 bis 18:00 Uhr, in der Wasserkirche, Limmatquai 31, 8001 Zürich, zu sehen.

    Ausstellung Kyiv Design Week Wasserkirche 19
    Ausstellung Kyiv Design Week Wasserkirche 19
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    Ausstellung Kyiv Design Week Wasserkirche Nora Dal Cero 2
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    Ausstellung Kyiv Design Week Wasserkirche 19
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    Ausstellung Kyiv Design Week Wasserkirche Nora Dal Cero 2
    Ausstellung Kyiv Design Week Wasserkirche Nora Dal Cero 2

    Raumarchitektur und Grafikdesign: Katerina Leontidou, Studio Leon
    Photos: Anetta Damm

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • Wenn Kunst den Raum verändert

    Wenn Kunst den Raum verändert

    Opening bei Mai 36 Galerie: Hiroki Tsukuda, Markus Saile und «flowers» auf drei Etagen

    Drei Etagen, sehr unterschiedliche künstlerische Positionen und eine Ausstellung, bei der nicht nur die Werke, sondern auch ihre Beziehung zum Raum in Erinnerung bleibt. Beim Opening der Mai 36 Galerie begegnen sich die futuristisch anmutenden Bildwelten von Hiroki Tsukuda und die vielschichtige Malerei von Markus Saile – ergänzt durch die Gruppenausstellung «flowers». Ein Abend voller Kunst, überraschender Perspektiven und guter Gespräche.

    Wenn aus einem Galeriebesuch eine Begegnung wird

    Es gibt Vernissagen, bei denen man die Kunst betrachtet. Und es gibt Abende, an denen aus dem Betrachten Gespräche entstehen – mit Künstlern, Galeristen und anderen Besuchern. Das Opening bei Mai 36 gehörte für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.

    Über drei Etagen verteilten sich sehr unterschiedliche künstlerische Positionen und ebenso unterschiedliche Stimmungen. Hiroki Tsukuda und Markus Saile waren beide persönlich anwesend, ebenso Victor Gisler, Inhaber der Mai 36 Galerie. Ich hatte Gelegenheit, mich mit allen drei auszutauschen. Und auch mit anderen Gästen entstanden immer wieder Gespräche über einzelne Arbeiten, Wahrnehmungen und persönliche Favoriten.

    Diese kommunikative und offene Atmosphäre passte erstaunlich gut zu einem Ausstellungsabend, bei dem es ohnehin viel zu entdecken gab.

    Denn schon der Weg durch die drei Etagen wurde zu einer kleinen Dramaturgie.

    Hiroki Tsukuda: Welten zwischen Realität und Fiktion

    Im Erdgeschoss beginnt der Rundgang mit Hiroki Tsukudas Ausstellung «Inferno».

    Der 1978 in Japan geborene Künstler entwickelt eine Bildsprache, die sich einer schnellen Einordnung entzieht. Zeichnung, Architektur, technische Strukturen und organisch anmutende Formen verbinden sich zu komplexen Bildwelten, die gleichzeitig vertraut und vollkommen fremd erscheinen.

    Tsukuda arbeitet dabei an der Schnittstelle von digitalen und analogen Prozessen. Eigene Zeichnungen und Fotografien ebenso wie gefundene Bildmotive können zunächst digital kombiniert, verändert und aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen gelöst werden. Die eigentlichen Arbeiten entstehen anschliessend von Hand.

    Gerade dieser Gegensatz ist faszinierend.

    Auf den ersten Blick könnte man meinen, Ausschnitte einer digital konstruierten Zukunft vor sich zu haben. Doch je näher man den Arbeiten kommt, desto stärker offenbaren sie ihre zeichnerische Präzision und ihren Detailreichtum.

    Architektonische Fragmente treffen auf technische Systeme, geometrische Konstruktionen auf Formen, die beinahe organisch wirken. Manche Arbeiten erinnern an Stadtlandschaften einer unbekannten Zukunft, andere an Pläne oder Kartografien von Orten, die möglicherweise gar nicht existieren.

    Zwischen Kontrolle und Chaos

    Was mich an Tsukudas Arbeiten besonders interessiert, ist dieses permanente Wechselspiel zwischen Ordnung und Kontrollverlust.

    Man versucht, Strukturen zu erkennen, Zusammenhänge herzustellen und sich innerhalb der Bilder zu orientieren. Doch kaum glaubt man, einen Zugang gefunden zu haben, öffnet sich bereits die nächste Ebene.

    Das macht die Arbeiten ausgesprochen eigenständig.

    Science-Fiction klingt darin ebenso an wie urbane Architektur, digitale Bildwelten oder die Ästhetik technischer Systeme. Gleichzeitig bleiben die Arbeiten weit genug von eindeutigen Erzählungen entfernt, um Raum für die eigene Vorstellung zu lassen.

    Tsukuda zeigt keine Zukunft, die sich einfach entschlüsseln lässt. Er entwirft vielmehr Parallelwelten, die unserer eigenen erstaunlich nahekommen und dennoch nach anderen Regeln zu funktionieren scheinen.

    Gerade deshalb lohnt es sich, vor diesen Arbeiten Zeit zu verbringen. Sie erschliessen sich nicht mit einem schnellen Blick – und genau darin liegt ihre Qualität.

    «flowers»: ein vertrautes Motiv, viele Perspektiven

    Eine Etage höher verändert sich die Atmosphäre.

    Mit «flowers» versammelt Mai 36 Arbeiten unterschiedlicher Künstlerinnen und Künstler, darunter Jacopo Benassi, Roe Ethridge, Pia Fries, Gowoon Lee, Robert Mapplethorpe, Matt Mullican, Thomas Ruff, Paul Thek, Jack Warne und Leon Xu.

    Was sie verbindet, ist eines der ältesten und vermeintlich vertrautesten Motive der Kunstgeschichte: die Blume.

    Doch eine klassische Blumenausstellung ist «flowers» gerade nicht.

    Das Motiv wird fotografisch, malerisch, konzeptuell oder beinahe beiläufig aufgegriffen. Die Blume kann Schönheit und Vergänglichkeit symbolisieren, formaler Ausgangspunkt sein oder zur Projektionsfläche ganz anderer Themen werden.

    Gerade zwischen den beiden Einzelausstellungen funktioniert diese Etage wie ein bewusst gesetzter Zwischenraum. Nach Tsukudas dichten, futuristisch anmutenden Welten öffnet sich der Blick, bevor sich im zweiten Obergeschoss das Verhältnis von Kunst und Raum noch einmal vollkommen verändert.

    Markus Saile: Wenn die Wand Teil des Bildes wird

    Bei Markus Saile und seiner Ausstellung «False Horizon» beginnt man zunächst mit den Bildern – und stellt irgendwann fest, dass man längst auch die Wände betrachtet.

    Der in Köln lebende Künstler arbeitet mit stark verdünnter Ölfarbe auf Holz. In zahlreichen Schichten entstehen Malereien, in denen Farben, Flächen und Gesten einander überlagern. Etwas scheint aufzutauchen, anderes wieder zu verschwinden. Räume entstehen, ohne tatsächlich dargestellt zu werden.

    Schon diese Malerei spielt mit unserer Wahrnehmung von Fläche und Tiefe.

    Doch in den Räumen von Mai 36 kam für mich noch eine zweite Ebene hinzu: die aussergewöhnliche Art der Präsentation.

    Eine Hängung gegen die Erwartung

    Die Arbeiten waren nicht einfach an den dafür naheliegenden Wandflächen platziert. Ganz im Gegenteil.

    Bilder wurden teilweise an Raumkanten und über Ecken hinweg positioniert. An anderer Stelle hingen mehrere Arbeiten unterschiedlicher Formate – darunter extrem schmale – dicht an einem Türrahmen. Gleichzeitig blieb ausgerechnet jene zentrale Wandfläche leer, an der man bei einer klassischen Galeriehängung wahrscheinlich das Hauptwerk erwartet hätte.

    Das klingt zunächst nach einem Detail der Ausstellungsgestaltung. Vor Ort verändert es jedoch die Wahrnehmung des gesamten Raumes.

    Denn wir haben gelernt, wie wir uns in einer Ausstellung verhalten sollen. Wir betreten einen Raum, suchen die grossen freien Wandflächen und erwarten dort die Kunst.

    Hier funktioniert diese Orientierung plötzlich nicht mehr.

    Der Blick wandert zu den Rändern. Zu einer Ecke. An einen Türrahmen. In den Übergang zum nächsten Raum. Und irgendwann bemerkt man, dass auch die bewusst leer gelassene Wand Teil der Inszenierung geworden ist.

    Kunst und Architektur auf Augenhöhe

    Gerade diese Präsentation gehörte für mich zu den überraschendsten Erfahrungen des Abends. Ich habe viele unterschiedliche Ausstellungskonzepte gesehen – eine derart konsequente und zugleich selbstverständlich wirkende Einbeziehung der vorhandenen Architektur ist mir bisher jedoch kaum begegnet.

    Entscheidend ist dabei, dass die ungewöhnliche Hängung nicht wie ein gestalterischer Effekt wirkt.

    Sie entspricht vielmehr erstaunlich genau Sailes eigener Auseinandersetzung mit Raum, Fläche und Wahrnehmung.

    Die Bilder besetzen die Architektur nicht einfach. Sie reagieren auf sie.

    Plötzlich werden Ecken, Durchgänge, Wandflächen, Abstände und Leerräume relevant. Der schmale Streifen neben einem Türrahmen bekommt ebenso viel Aufmerksamkeit wie eine grosse freie Wand.

    Damit verschiebt sich auch eine ganz grundlegende Frage: Es geht nicht mehr nur darum, was an einer Wand hängt, sondern ebenso darum, wo es hängt – und was dieser Ort mit dem Bild macht.

    Die Architektur ist nicht länger neutraler Hintergrund für die Kunst. Sie wird zu ihrem Gegenüber.

    Drei Etagen – drei Arten des Sehens

    Vielleicht war genau das die Stärke dieses Abends bei Mai 36: Die drei Etagen wollten nicht dasselbe erzählen.

    Im Erdgeschoss zieht Hiroki Tsukuda den Betrachter in hochkomplexe imaginäre Welten hinein. Seine Arbeiten fordern dazu auf, genauer hinzusehen, Strukturen zu suchen und sich immer wieder neu zu orientieren.

    Eine Etage darüber zeigt «flowers», wie unterschiedlich ein scheinbar vertrautes Motiv künstlerisch interpretiert werden kann.

    Und bei Markus Saile im zweiten Obergeschoss richtet sich der Blick schliesslich nicht mehr nur auf die Bilder. Er beginnt, durch die Bilder hindurch auch den Raum selbst neu wahrzunehmen.

    Drei vollkommen unterschiedliche Erfahrungen – und gerade deshalb ein spannender Rundgang.

    Kunst findet nicht nur an der Wand statt

    Was von diesem Opening bleibt, sind deshalb nicht nur einzelne Werke.

    Es ist auch die Erfahrung, wie unterschiedlich Kunst unsere Wahrnehmung verändern kann: Tsukuda erschafft Räume innerhalb seiner Bilder. Saile lässt seine Malerei mit dem realen Raum in Beziehung treten. Und dazwischen öffnet «flowers» ein bekanntes Motiv für ganz unterschiedliche Interpretationen.

    Hinzu kamen die Begegnungen des Abends. Dass beide Künstler anwesend waren, Victor Gisler als Galerist ebenso präsent war und sich auch unter den Gästen immer wieder Gespräche entwickelten, machte aus dem Ausstellungsbesuch mehr als einen Rundgang durch drei Etagen.

    Vielleicht ist das ohnehin eine der schönsten Eigenschaften einer guten Vernissage.

    Man kommt wegen der Kunst. Man beginnt zu schauen. Man kommt ins Gespräch. Und manchmal verlässt man die Galerie mit einem anderen Blick auf die Dinge, als man sie betreten hat.

    Opening: Hiroki Tsukuda Mai 36 Galerie
    Opening: Hiroki Tsukuda Mai 36 Galerie
    Opening: Hiroki Tsukuda Mai 36 Galerie
    Opening: Hiroki Tsukuda Mai 36 Galerie
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    Opening: Hiroki Tsukuda Mai 36 Galerie
    Opening: Hiroki Tsukuda Mai 36 Galerie
    Opening: Hiroki Tsukuda Mai 36 Galerie
    Opening: Hiroki Tsukuda Mai 36 Galerie
    Opening: Hiroki Tsukuda Mai 36 Galerie
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    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
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    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
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    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
    Opening: Markus Saile Mai 36 Galerie
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    Opening: Flowers Mai 36 Galerie
    Opening: Flowers Mai 36 Galerie
    Opening: Flowers Mai 36 Galerie
    Opening: Flowers Mai 36 Galerie
    Opening: Flowers Mai 36 Galerie
    Opening: Flowers Mai 36 Galerie
    Opening: Flowers Mai 36 Galerie
    Opening: Flowers Mai 36 Galerie
    Opening: Flowers Mai 36 Galerie
    Opening: Flowers Mai 36 Galerie

    Hiroki Tsukuda – «Inferno»
    10. September – 7. November 2026

    Markus Saile – «False Horizon»
    10. September – 7. November 2026

    «flowers» – Group Exhibition
    11. September – 7. November 2026

    Mai 36 Galerie
    Rämistrasse 37, Zürich

    Website Mai 36 Galerie

    Opening bei Mai 36 Galerie: Hiroki Tsukuda, Markus Saile und «flowers»

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • Wann wird ein Kunstwerk zum Meisterwerk?

    Wann wird ein Kunstwerk zum Meisterwerk?

    Monet, Warhol, Picasso, Hodler, Taeuber-Arp oder Tinguely: Das Kunsthaus Zürich versammelt in seiner Ausstellung «Ikonen» Werke, die längst als Meisterwerke gelten. Doch wer entscheidet eigentlich darüber? Und was geschieht, wenn man Vertrautes aus seinem gewohnten Zusammenhang löst?

    Die Frage, wann ein Kunstwerk zum Meisterwerk wird, stand auch bei der Eröffnung von «Ikonen. Ausgewählte Werke der Sammlung» im Raum. Der Begriff «Meisterwerk» fiel an diesem Abend mehr als einmal – und tatsächlich verfügt das Kunsthaus Zürich über zahlreiche Arbeiten, die längst Teil unseres kollektiven Bildgedächtnisses geworden sind.

    Claude Monets Wasserlilien, Andy Warhols «Big Torn Campbell’s Soup Can», Franz Gertschs «Franz und Luciano» oder Werke von Pablo Picasso, Ferdinand Hodler und Sophie Taeuber-Arp: Manche davon kennt man, bevor man ihnen überhaupt im Original begegnet ist.

    Doch was macht ihren besonderen Status aus? Künstlerische Qualität, kunsthistorische Bedeutung, Bekanntheit – oder vielleicht auch die Art, wie wir ihnen begegnen?

    Ikonen – wenn Bekanntes plötzlich anders aussieht

    Für die Ausstellung wurden bekannte Werke aus ihren gewohnten Zusammenhängen gelöst und neu miteinander in Beziehung gesetzt. Das klingt zunächst nach einer einfachen kuratorischen Entscheidung. Tatsächlich verändert es den Blick erstaunlich stark.

    Auf rund 800 Quadratmetern im Chipperfield-Bau begegnen sich Werke, die zwischen 1622 und 1998 entstanden sind. Mal folgt die Präsentation einer zeitlichen Linie, mal setzt sie bewusst auf epochenübergreifende Dialoge.

    Claude Monet trifft auf Ferdinand Hodler, Paul Gauguin und Pierre Bonnard. Jean Tinguelys monumentale Maschinenskulptur begegnet einem Gemälde von H. R. Giger. Pablo Picassos «Grand Nu» wird Heidi Buchers «Das Bett» gegenübergestellt.

    Gerade solche Konstellationen machen den Reiz der von Maja Wismer, Leiterin Sammlung & Forschung am Kunsthaus Zürich, kuratierten Ausstellung aus. Nicht das einzelne Werk verändert sich – sein Umfeld tut es. Und damit verändert sich auch unsere Wahrnehmung.

    Vernissage Kunsthaus « IKONEN » Ausgewählte Werke der Sammlung

    Wer entscheidet, was bedeutend ist?

    Damit berührt «Ikonen» eine weitere interessante Frage: Wer bestimmt eigentlich, welche Werke besondere Bedeutung erlangen?

    Kunstgeschichte, Museen und Sammlungen prägen unseren Blick darauf, was als bedeutend gilt. Doch Bedeutung entsteht ebenso auf einer persönlichen Ebene. Für «Ikonen» haben deshalb bekannte und weniger bekannte Zürcherinnen und Zürcher einzelne Werke aus der Sammlung ausgewählt und erzählen in begleitenden Texten, warum gerade diese Arbeiten für sie besonders sind.

    Das öffnet den Blick über die kunsthistorische Einordnung hinaus. Denn man kann erklären, weshalb ein Werk für die Kunstgeschichte von Bedeutung ist. Welche Wirkung es auf den einzelnen Menschen entfaltet, lässt sich dagegen kaum festlegen.

    Vielleicht ist es genau diese Spannung zwischen allgemein anerkannter Bedeutung und persönlicher Wahrnehmung, die eine Sammlung immer wieder neu interessant macht.

    Ein Kunsthaus für alle?

    Bemerkenswert war in diesem Zusammenhang auch die Eröffnung der Ausstellung am 10. September. Zunächst gehörte der Abend den Mitgliedern des Kunsthauses und ihren Gästen. Ab 20 Uhr öffneten sich die Türen dann unter dem Titel «Eröffnung für alle» kostenlos für die Öffentlichkeit. Die Plätze waren begrenzt, ein Gratis-Ticket beziehungsweise eine vorherige Registrierung war erforderlich.

    Um 20.30 Uhr begrüssten Kunsthaus-Direktorin Ann Demeester, Kuratorin Maja Wismer und weitere Gäste das Publikum im Festsaal des Chipperfield-Baus. Anschliessend blieb bis 22 Uhr Zeit, die Ausstellung selbst zu entdecken, miteinander ins Gespräch zu kommen und den Abend bei einem Glas Wein ausklingen zu lassen.

    Das mag zunächst nur ein Detail im Veranstaltungsprogramm sein. Gleichzeitig steht eine solche Öffnung für einen Gedanken, der weit über diesen Abend hinausgeht: Ein Museum bewahrt und präsentiert nicht nur Kunst. Es kann auch ein Ort der Begegnung sein – und Menschen dazu einladen, sich unabhängig von ihrem Vorwissen mit Kunst auseinanderzusetzen.

    Gerade bei einer Ausstellung, die sich mit herausragenden Werken einer bedeutenden Sammlung beschäftigt, bekommt dieser Aspekt eine zusätzliche Qualität. Denn die Frage, was als Meisterwerk gilt, gehört nicht nur in die Kunstgeschichte. Sie lässt sich auch vor dem Original immer wieder neu stellen.

    Ein neuer Blick auf Bekanntes

    Vielleicht liegt eine der Stärken von «Ikonen» genau darin: Die Ausstellung zeigt bekannte Werke, verändert ihre Nachbarschaften und damit auch unseren Blick auf sie. Sie lässt Raum für kunsthistorische Einordnung ebenso wie für ganz persönliche Begegnungen.

    Und so bleibt am Ende jene Frage offen, die bereits am Anfang stand:

    Wann wird ein Kunstwerk zum Meisterwerk?

    Vielleicht muss eine gute Ausstellung darauf gar keine Antwort geben.

    Manchmal genügt es, die Frage neu zu stellen.

    «Ikonen. Ausgewählte Werke der Sammlung»
    Kunsthaus Zürich, Chipperfield-Bau
    11. September 2026 bis 10. Januar 2027

    Website Kunsthaus Zürich

    Vernissage Kunsthaus « IKONEN » Ausgewählte Werke der Sammlung
    Vernissage Kunsthaus « IKONEN » Ausgewählte Werke der Sammlung
    Vernissage Kunsthaus « IKONEN » Ausgewählte Werke der Sammlung
    Vernissage Kunsthaus « IKONEN » Ausgewählte Werke der Sammlung
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    Vernissage Kunsthaus « IKONEN » Ausgewählte Werke der Sammlung: Direktorin Ann Demeester
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