Schlagwort: Galerie

  • Zwei Positionen, drei Ebenen – Vernissage bei Galerie Mai 36 in Zürich

    Zwei Positionen, drei Ebenen – Vernissage bei Galerie Mai 36 in Zürich

    Mit der gemeinsamen Vernissage von Kentaro Kawabata – By Heart und Jack Warne – where love appears eröffnete die Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026 zwei Ausstellungen, die sich über alle drei Ebenen der Galerie erstrecken. Der Abend war geprägt von einer offenen, kommunikativen Atmosphäre und einem Publikum, das sich sichtbar auf die Kunst und die unterschiedlichen künstlerischen Positionen einliess.

    Die Werke beider Künstler boten reichlich Gesprächsstoff. Zwischen Erd- und Obergeschoss entstand ein lebendiger Austausch – weniger erklärend, mehr wahrnehmend. Die Kunst wurde nicht konsumiert, sondern diskutiert, hinterfragt und erlebt.

    Jack Warne – Malerei als Erfahrungsraum

    Im Erdgeschoss zeigt Jack Warne mit where love appears seine erste Einzelausstellung bei der Galerie Mai 36. Warne versteht Malerei nicht als isoliertes Objekt, sondern als Teil eines grösseren Gefüges aus Bildern, Klängen und digitalen Schnittstellen. Seine Arbeiten verschieben den Fokus weg vom einzelnen Werk hin zu einem Wahrnehmungsfeld, das sich erst im Zusammenspiel entfaltet.

    Ausgangspunkt ist eine zeitgenössische Neuinterpretation der Romantik. Während sich Künstler des 19. Jahrhunderts der Landschaft als Gegenentwurf zur Industrialisierung zuwandten, sucht Warne heute bewusst Orte jenseits permanenter Vernetzung und algorithmischer Optimierung. Sein Rückzug von London an die Küsten und ländlichen Regionen Grossbritanniens ist weniger nostalgisch als suchend: eine Bewegung weg vom permanenten „Online-Sein“ hin zu körperlicher, sinnlicher Erfahrung.

    Diese Perspektive gewinnt zusätzliche Tiefe durch Warnes eigene Biografie. Eine seltene Augenerkrankung verändert sein Sehen zunehmend – und verschiebt damit den Stellenwert des Visuellen. Berührung, Balance, Raumgefühl und Klang werden zu gleichwertigen Orientierungspunkten. Seine Arbeiten verdichten genau diese Erfahrung: Landschaften und Innenräume erscheinen nicht als Abbilder, sondern als gespeicherte körperliche Begegnungen mit Ort, Licht, Wind und Unsicherheit.

    Der Begriff „Love“ im Ausstellungstitel ist dabei nicht romantisch gemeint, sondern bezeichnet das, was sich technischer Übersetzung entzieht: Empathie, Verletzlichkeit, Fürsorge, flüchtige Freude. Warnes Arbeiten entstehen aus einem kontinuierlichen Wechsel zwischen digitalen Dateien, Sound, Augmented Reality und klassischer Malerei. Die Bilder bleiben bewusst offen, fragmentarisch, manchmal irritierend – sie bieten keine schnellen Antworten, sondern schaffen Bedingungen für ein intensives, persönliches Sehen.

    Kentaro Kawabata – Skulpturales Wachstum aus dem Inneren

    Im Obergeschoss begegnet man den Arbeiten von Kentaro Kawabata, der mit By Heart eine beeindruckende Gruppe skulpturaler Keramiken zeigt. Kawabata arbeitet mit Porzellan, Glaspartikeln, Glasuren und Edelmetallen und entwickelt daraus Formen, die an organische Wachstumsprozesse erinnern.

    Zentrales Konzept ist die sogenannte Cristation – ein biologischer Begriff für Wachstumsanomalien, bei denen sich mehrere Wachstumspunkte gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Übertragen auf Kawabatas Arbeiten bedeutet das: Ornament ist nicht Dekoration, sondern Ursprung der Form. Die Skulpturen entstehen nicht mitVerzierungen – sie sind Ornament.

    Die Werke wirken zugleich fragil und kraftvoll. Dünn gewalztes Porzellan, Faltungen, Einschlüsse und gezielte Brüche erzeugen Oberflächen, die an Haut, Membranen oder fossile Strukturen erinnern. Trotz ihrer teils irritierenden Erscheinung sind die Arbeiten technisch hochpräzise und überraschend leicht. Serien wie Cristate, Mask oder Calyxverbinden sinnliche, beinahe erotische Formen mit existenziellen Themen wie Wachstum, Zerfall, Leben und Vergänglichkeit.

    Ein Dialog, der in Bewegung bleibt

    Der Rundgang über die verschiedenen Ebenen der Galerie macht den Dialog zwischen den beiden Positionen besonders erfahrbar. Während Warnes Arbeiten Wahrnehmung als offenen Prozess verhandeln, fordern Kawabatas Skulpturen Erwartungen an Material, Körperlichkeit und Form heraus.

    Die Vernissage zeigte eindrucksvoll, wie Kunst Begegnungen ermöglicht – nicht durch Erklärungen, sondern durch Präsenz, Materialität und Atmosphäre. Gespräche entstanden spontan, intensiv und auf Augenhöhe.

    Beide Ausstellungen sind noch bis 28. März 2026 in der Galerie Mai 36 in Zürich zu sehen. Ein Besuch lohnt sich – für alle, die einzigartige zeitgenössische Kunst entdecken möchten.

    Website Galerie Mai 36

    Vernissage Kentaro Kawabata – By Heart und Jack Warne – where love appears in Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36: Kentaro Kawabata und Jack Warne
    Vernissage Kentaro Kawabata – By Heart und Jack Warne – where love appears in Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36: Jack Warne
    Vernissage Kentaro Kawabata – By Heart und Jack Warne – where love appears in Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36: Jack Warne
    VernissageGalerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36
    Vernissage Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36
    Vernissage Kentaro Kawabata – By Heart und Jack Warne – where love appears in Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36: Kentaro Kawabata
    Vernissage Kentaro Kawabata – By Heart und Jack Warne – where love appears in Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36: Kentaro Kawabata
    Vernissage Kentaro Kawabata – By Heart und Jack Warne – where love appears in Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36: Kentaro Kawabata
    Vernissage Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • ANFÄNGE: Anthracite × ZHdK – Wenn künstlerische Wege beginnen

    ANFÄNGE: Anthracite × ZHdK – Wenn künstlerische Wege beginnen

    22. Januar – 11. Februar 2026 | Zürich

    Die Ausstellung ANFÄNGE: Anthracite × ZHdK in der Anthracite Gallery richtet den Fokus auf den Moment des Anfangs – auf eine Phase, in der künstlerische Praktiken entstehen und sich durch Experiment, Recherche und Auseinandersetzung kontinuierlich weiterentwickeln.

    Gezeigt werden Arbeiten von Bachelor- und Masterstudierenden der Zürcher Hochschule der Künste. Ihre künstlerischen Ansätze sind geprägt von fortlaufender Erkundung sowie einem bewussten Umgang mit Material, Konzept und Form.

    Die Ausstellung entfaltet sich als multimediales Feld, in dem Malerei, Keramik, Textil, Video und Audio nebeneinander bestehen. Anstelle einer linearen Erzählung steht die Vielfalt künstlerischer Strategien im Vordergrund – ebenso wie die individuellen Beziehungen der Künstler:innen zu ihren jeweiligen Medien und Materialien.

    Der industrielle Ausstellungsraum von Anthracite mit seinen sichtbaren Betonflächen unterstreicht die physische Präsenz der Werke und unterstützt eine direkte Begegnung mit ihren materiellen und räumlichen Qualitäten.

    Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die Zusammenarbeit zwischen einer Ausbildungsinstitution und einer unabhängigen Galerie. Für die beteiligten Künstler:innen markiert dieser Kontext einen Übergang vom akademischen Umfeld in die Öffentlichkeit – einen Moment, in dem ihre Arbeiten in einen Dialog mit einem breiteren Publikum treten, jenseits interner Kritikformate und institutioneller Rahmen.

    ANFÄNGE schafft damit die Voraussetzungen für diese erste öffentliche Begegnung und verortet die Arbeiten in einem professionellen Ausstellungskontext.

    ANFAENGE Anthracite x ZHdK Foto: Yulia Virts
    ANFAENGE Anthracite x ZHdK Foto: Yulia Virts
    ANFAENGE Anthracite x ZHdK Foto: Yulia Virts
    ANFAENGE Anthracite x ZHdK Foto: Yulia Virts
    ANFAENGE Anthracite x ZHdK Foto: Yulia Virts
    ANFAENGE Anthracite x ZHdK Foto: Yulia Virts
    ANFAENGE Anthracite x ZHdK Foto: Yulia Virts
    ANFAENGE Anthracite x ZHdK Foto: Yulia Virts
    ANFAENGE Anthracite x ZHdK Foto: Yulia Virts
    ANFAENGE Anthracite x ZHdK Foto: Yulia Virts
    ANFAENGE Anthracite x ZHdK Foto: Yulia Virts
    ANFAENGE Anthracite x ZHdK Foto: Yulia Virts
    ANFAENGE Anthracite x ZHdK Foto: Yulia Virts
    ANFAENGE Anthracite x ZHdK Foto: Yulia Virts

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei

    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei

    Die Vernissage zur Ausstellung „Painting Painting“ von René Wirths am 15. Januar 2026 in der Galerie Haas Zürich war geprägt von einer besonderen, offenen Atmosphäre. Der Künstler war persönlich anwesend – aufmerksam, zugewandt und sichtbar mit Freude im Austausch mit den Gästen. Genau diese Begeisterung für Kunst, die René Wirths als Mensch ausstrahlt, findet sich auch in seinen Arbeiten wieder.

    Unter den Besucher:innen waren zahlreiche kunstaffine Gäste und Sammler, die sich intensiv mit den Werken auseinandersetzten. Die Gespräche waren konzentriert, lebendig und von echtem Interesse getragen – weniger Small Talk, mehr inhaltlicher Austausch. Die Arbeiten von René Wirths boten dafür reichlich Anlass: Sie wurden aufmerksam betrachtet, diskutiert und mit grosser Wertschätzung aufgenommen.

    René Wirths’ malerischer Weg ist das Ergebnis einer konsequenten, über zwei Jahrzehnte gewachsenen Entwicklung. Ausgehend von präzisen, randlosen Darstellungen realer Objekte auf weissem Grund hat sich seine Arbeit zunehmend geöffnet. Die anfängliche Genauigkeit der Beobachtung wich Schritt für Schritt einer freieren, gestischen Bildsprache, ohne dabei an Klarheit oder Sensibilität zu verlieren.

    Ein entscheidender Moment dieser Entwicklung zeigte sich in der Serie Liquids, in der sich die Malerei von strengen formalen Vorgaben löste. Linien und Flächen emanzipierten sich vom Objekt, der Raum begann, sich zu öffnen. In der aktuellen Werkphase Painting Painting tritt Wirths nun in einen spielerischen, reflektierten Dialog mit der Kunstgeschichte – ruhig, selbstbewusst und ohne demonstrative Zitate.

    Trotz dieser Öffnung bleibt sein Blick feinfühlig und präzise. Die Bilder laden dazu ein, sich Zeit zu nehmen, Bekanntes neu zu entdecken und Malerei als lebendigen Prozess zu erleben. Genau diese Haltung war an diesem Abend deutlich spürbar: in der Präsenz des Künstlers, in der Intensität der Gespräche und in der Resonanz, die seine Werke beim Publikum auslösten.

    Die Vernissage zeigte eindrucksvoll, wie sehr René Wirths’ Malerei berührt – getragen von Leidenschaft, Offenheit und einer tiefen Verbundenheit mit dem Medium selbst.

    Die Vernissage fand in der Galerie Haas Zürich an der Rämistrasse 35 statt – einem Ort, der mit seiner ruhigen, konzentrierten Atmosphäre den Arbeiten von René Wirths viel Raum gibt. Gerade im Zusammenspiel von Architektur, Licht und Hängung entfaltet die Ausstellung ihre Wirkung.

    Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich: Die Werke laden dazu ein, sich Zeit zu nehmen, genauer hinzusehen und die Freude an der Malerei unmittelbar zu erleben.

    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei
    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei
    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei
    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei
    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei
    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei
    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann

    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann

    Spekulative Zukunft und intensiv inszenierte Räume

    Mit der Ausstellung «If You Will It, It Is Not a Dream» zeigt die Galerie Peter Kilchmann in Zürich eine Einzelausstellung der israelischen Künstlerin Yael Bartana. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Utopie und Realität, zwischen kollektiver Erinnerung und imaginierter Zukunft.

    Eine Inszenierung in Schwarz und Licht

    Um Bartanas multimediale Werke wirkungsvoll zu präsentieren, hat die Galerie ihre Räume gezielt umgestaltet. Einige Wände wurden tiefschwarz gestrichen, um die Lichtinstallationen und Videoprojektionen in ihrer ganzen Intensität erlebbar zu machen. Über alle drei Etagen hinweg entfaltet sich eine grosszügig angelegte Ausstellung, die Licht, Ton und Raum zu einem immersiven Erlebnis verbindet – eine perfekte Inszenierung, die Kunst und Architektur in Dialog bringt.

    Zwischen Traum und Wirklichkeit

    Bartanas Werk untersucht Machtstrukturen, nationale Mythen und gesellschaftliche Rituale. Ihre Filme, Fotografien, Skulpturen und Neonarbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Dokumentation und Vision. In dieser Schau treffen prophetische Gesten auf politische Fragmente, Geschichte auf Zukunft.
    Besonders eindrucksvoll sind die Neonarbeiten, die Zitate aus früheren Projekten in leuchtende Botschaften verwandeln. Sie fordern dazu auf, die Welt neu zu denken – als kollektive Übung in Vorstellungskraft.

    Ein kraftvolles Statement

    Mit «If You Will It, It Is Not a Dream» gelingt der Galerie Peter Kilchmann eine Ausstellung von internationalem Format. Sie verbindet intellektuelle Tiefe mit visueller Präsenz und zeigt, wie Kunst zum Nachdenken über Zukunft, Erinnerung und Verantwortung anregen kann.

    Galerie Peter Kilchmann, Rämistrasse 33, Zürich
    Ausstellung: 21. November – 19. Dezember 2025
    peterkilchmann.com

    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann
    Yael Bartana in der Galerie Peter Kilchmann

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • William N. Copley in der Galerie Haas Zürich

    William N. Copley in der Galerie Haas Zürich

    Zwischen Surrealismus, Pop Art und Wildem Westen

    Die Galerie Haas Zürich zeigt derzeit Werke des amerikanischen Künstlers William N. Copley (1919–1996) – ein spannender Rückblick auf einen Maler, der zwischen Surrealismus und Pop Art eine ganz eigene, ironisch-ikonische Bildsprache entwickelte.

    Bei der Vernissage in der Rämistrasse versammelte sich am heutigen Abend ein interessiertes Publikum, das Copleys eigenwillige, humorvolle und erzählerische Kunst in all ihren Facetten erleben konnte. Die Galerie, bekannt für ihr hochwertiges Programm mit Positionen der klassischen Moderne und Nachkriegskunst, bot den idealen Rahmen für diese eindrückliche Begegnung.

    Copley, ein Autodidakt mit literarischer Neugier und Hang zum Visuellen, war sowohl Freund als auch Förderer der grossen Surrealisten. Nach Jahren in Paris kehrte er Anfang der 1960er-Jahre in die USA zurück – und fand dort zu jener unverwechselbaren Sprache aus kräftigen Farben, cartoonhaften Figuren und subtilem Witz, die ihn zu einem Bindeglied zwischen zwei Kunstwelten machte.

    Thematisch faszinierten ihn Mythen des amerikanischen Westens, inspiriert von den Balladen des Schriftstellers Robert W. Service, dessen Verse zuweilen wie Drehbücher für Copleys Bilder wirken. Zwischen Cowboy-Romantik und Gesellschaftssatire erzählt seine Malerei von Freiheit, Begehren und dem absurden Theater des Lebens.

    Eine sehenswerte Ausstellung – nicht nur für Kenner der amerikanischen Kunst, sondern für alle, die Lust auf kluge, humorvolle Bildgeschichten haben, die auch heute nichts von ihrer Frische verloren haben.

    Galerie Haas Zürich, Rämistrasse, Zürich


    galeriehaas.com

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • Städte, Lichter und stille Spiegel – Ausstellung in der Galerie Pascal Robert Zürich

    Städte, Lichter und stille Spiegel – Ausstellung in der Galerie Pascal Robert Zürich

    In der Galerie Pascal Robert im Zürcher Galerienviertel treffen derzeit zwei künstlerische Welten aufeinander – und verschmelzen in einer eindrucksvollen Ausstellung zu einem Dialog über Licht, Wahrnehmung und Zeit.

    Seit der Vernissage am 17. Oktober ist die Ausstellung „Villes et lumières du monde“ von Tahar Ben Jelloun zu sehen – dem international gefeierten Schriftsteller, Denker und Maler aus Fès. Seine Gemälde sind farbintensive Reflexionen über das urbane Leben: pulsierende Metropolen, schwebend zwischen Licht und Schatten, Erinnerung und Gegenwart. Mit leuchtenden, oft fast glühenden Farbschichten erkundet Ben Jelloun die Magie der Städte und das Licht als universelles Symbol von Hoffnung und Verbundenheit. Seine Bilder strahlen jene poetische Tiefe aus, die auch seine literarischen Werke prägt – eine Suche nach Humanität im Lärm der Welt.

    Ihm zur Seite steht der Schweizerisch-italienische Fotograf Claudio Koporossy, dessen Arbeiten das genaue Gegenteil zu inszenierter Lautstärke sind. Seine analogen Fotografien bannen die leisen Bewegungen der Natur, Spiegelungen auf Wasserflächen, Strukturen und Texturen, die man sonst kaum wahrnimmt. In ihrer meditativen Klarheit entfalten sie eine stille Intensität – wie visuelle Kompositionen, getragen von Zeit, Licht und Achtsamkeit.

    Gemeinsam eröffnen Ben Jelloun und Koporossy einen Spannungsraum zwischen urbaner Energie und kontemplativer Stille. Ihre Werke zeigen, wie unterschiedlich Licht wirken kann – als Träger von Emotion, Erinnerung und Präsenz.

    Die Ausstellung ist aktuell in der Galerie Pascal Robert Zürich zu sehen – ein stiller, aber eindringlicher Ort der Begegnung zweier künstlerischer Temperamente, vereint durch ein Thema, das nie an Strahlkraft verliert.

    pascalrobert.net

    Tahar Ben Jelloun

    Claudio Koporossy

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • Ausstellung in der Python Gallery: Die Welt von Alex Demarmels

    Ausstellung in der Python Gallery: Die Welt von Alex Demarmels

    Wer die Ausstellung von Alex Demarmels in der Python Gallery Zürich besucht, betritt ein intensives Farbuniversum. Seine Malerei bewegt sich zwischen Abstraktion und Andeutung, zwischen Energie und Stille. Formen tauchen auf, lösen sich wieder, während sich das Auge in Schichten von Farbe verliert – leuchtend, vibrierend, fast fluoreszierend.

    Diese Bilder scheinen von innen heraus zu glühen. Sie ziehen den Blick in Tiefe und Bewegung, ohne ein festes Zentrum, aber mit magnetischer Präsenz. Die intensiven Farbtöne lassen ganze Räume in Resonanz treten, verwandeln Wände in Projektionsflächen für Emotion und Wahrnehmung.

    Bereits die Vernissage war gut besucht und zog ein kunstinteressiertes Publikum an, das sich sichtlich beeindruckt zeigte von der leuchtenden Kraft und der stillen Intensität der Werke. Zwischen Gesprächen und staunenden Blicken entstand eine Atmosphäre gespannter Aufmerksamkeit – jene Art von Energie, die gute Kunst im Raum entfacht.

    Demarmels komponiert nicht, er baut Spannungen. Seine Malerei sucht den Moment, in dem Farbe zum Gefühl wird – unmittelbar, roh, poetisch. Wer sich darauf einlässt, entdeckt in jedem Werk eine Art visuelle Musik: rhythmisch, frei und voller Nachhall.

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.