Autor: Ronald

  • Vladislav Markov – LOCATION. LOCATION. LOCATION.

    Vladislav Markov – LOCATION. LOCATION. LOCATION.

    Mit LOCATION.LOCATION.LOCATION. zeigt Vladislav Markov erstmals eine Einzelausstellung in der Schweiz – und nutzt den Raum der Galerie Maria Bernheim nicht als Bühne, sondern als Zustand.

    Markovs Arbeiten bewegen sich zwischen physischer und digitaler Realität, zwischen konkreter Materialität und ihrer Verschiebung ins Virtuelle. Was zunächst greifbar erscheint, entzieht sich schnell einer eindeutigen Zuordnung. Seine Installationen sind keine klassischen Ausstellungen, sondern Erfahrungsräume, die Wahrnehmung, Orientierung und Zeitgefühl subtil destabilisieren.

    Bereits der Zugang – reduziert, beinahe abgeschirmt – verändert die Wahrnehmung und führt in eine Situation, die sich bewusst vom gewohnten Ausstellungsraum löst.

    Dabei entsteht eine eigentümliche Spannung: zwischen präzisem Realismus und beiläufiger Absurdität. Räume wirken vertraut und gleichzeitig entrückt, Situationen nachvollziehbar – und doch nicht ganz fassbar. Markov arbeitet mit Versatzstücken unserer Gegenwart, verschiebt sie, überlagert sie und führt sie in Zustände, die sich eher erleben als beschreiben lassen.

    Gerade darin liegt die Qualität dieser Arbeit: Sie entzieht sich einer eindeutigen Lesart und entwickelt ihre Wirkung im Moment der Erfahrung. Ein Besuch wird weniger zur Betrachtung als zur Bewegung innerhalb eines Systems, das sich mit jeder Minute verändert – oder zumindest so anfühlt.

    23 April – 29 May, 2026
    Bernheim, ZURICH

    Website Bernheim

    Opening Reception Vladislav Markov - Location.Location.Location. Bernheim ZURICH
    Opening Reception Vladislav Markov – Location.Location.Location. Bernheim ZURICH
    Opening Reception Vladislav Markov - Location.Location.Location. Bernheim ZURICH
    Opening Reception Vladislav Markov – Location.Location.Location. Bernheim ZURICH
    Opening Reception Vladislav Markov - Location.Location.Location. Bernheim ZURICH
    Opening Reception Vladislav Markov – Location.Location.Location. Bernheim ZURICH
    Opening Reception Vladislav Markov - Location.Location.Location. Bernheim ZURICH
    Opening Reception Vladislav Markov – Location.Location.Location. Bernheim ZURICH

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • Julian Tauland – Entrelacs / Eden

    Julian Tauland – Entrelacs / Eden

    Vernissage mit Nähe, Tiefe und intensiver Bildsprache

    Es sind diese Abende, die sich nicht laut ankündigen – und gerade deshalb in Erinnerung bleiben. Die Vernissage von Julian Tauland in der Pascal Robert Gallery fühlte sich eher wie ein konzentriertes Treffen unter Kunstaffinen an als wie ein klassisches Opening. Eine fast private Atmosphäre, viel Raum für Gespräche, echtes Interesse – genau die Art von Setting, in der Kunst wirken kann.

    Pascal Henry Robert hat diesen Rahmen mit grosser Selbstverständlichkeit geschaffen. Sein Gespür für Positionen und für die richtige Inszenierung ist spürbar – unaufgeregt, präzise, mit klarem Fokus auf die Arbeiten.

    Und diese Arbeiten brauchen genau das.

    Taulands Entrelacs / Eden-Serie ist unmittelbar präsent. Farbe, Bewegung, Dichte – alles ist da, ohne sich aufzudrängen. Die Leinwände ziehen einen hinein, ohne eine eindeutige Lesart anzubieten. Grünflächen, Blautöne, warme Akzente – irgendwo zwischen Landschaft und Auflösung derselben. Man meint, etwas zu erkennen, verliert es wieder, bleibt dran.

    Was besonders auffällt: die Energie der Malerei. Die gestischen Spuren, das Schichten, das Verdichten. Nichts wirkt beliebig, aber auch nichts ist abschliessend. Es ist ein offenes System, das sich im Blick erst entfaltet.

    Bemerkenswert ist, wie stark selbst die kleineren Formate funktionieren. Sie tragen die gleiche Intensität wie die grossen Arbeiten – vielleicht sogar noch konzentrierter. Keine Nebenwerke, sondern eigenständige Setzungen.

    Dass der Künstler selbst anwesend war, hat dem Abend eine zusätzliche Nähe gegeben. Im Gespräch mit Julian Taulandwurde deutlich, wie sehr seine Arbeiten aus Beobachtung, Erinnerung und einem feinen Gespür für Übergänge entstehen – ohne dass sie sich je festlegen lassen.

    Am Ende bleibt weniger eine klare Aussage als ein Eindruck: von Malerei, die sich Zeit nimmt. Von einem Abend, der genau das zugelassen hat. Und von einem Galeristen, der ein ausserordentlich gutes Gespür dafür hat, wann genau dieser Raum entsteht.

    Website Galerie

    Pascal Robert Gallery Opening Julian Tauland
    Pascal Robert Gallery Opening Julian Tauland
    Pascal Robert Gallery Opening Julian Tauland
    Pascal Robert Gallery Opening Julian Tauland
    Pascal Robert Gallery Opening Julian Tauland
    Pascal Robert Gallery Opening Julian Tauland
    Pascal Robert Gallery Opening Julian Tauland
    Pascal Robert Gallery Opening Julian Tauland
    Pascal Robert Gallery Opening Julian Tauland
    Pascal Robert Gallery Opening Julian Tauland
    Pascal Robert Gallery Opening Julian Tauland
    Pascal Robert Gallery Opening Julian Tauland
    Pascal Robert Gallery Opening Julian Tauland
    Pascal Robert Gallery Opening Julian Tauland

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden in der Galerie Haas Zürich

    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden in der Galerie Haas Zürich

    Mit Henri Michaux beginnt man fast zwangsläufig im Ungewissen. Sein Werk entzieht sich klaren Zuschreibungen und verweigert jede eindeutige Lesart. Stattdessen eröffnet es einen offenen Denk- und Wahrnehmungsraum, in dem Zeichnung und Schrift nicht getrennt existieren, sondern als gleichwertige Ausdrucksformen ineinandergreifen.

    Geboren 1899 in Belgien, fand Michaux in Paris seinen künstlerischen Ausgangspunkt. Reisen durch Lateinamerika und Asien erweiterten seinen Blick und prägten seine Arbeit nachhaltig. Was daraus entstand, ist weniger Abbild der Welt als vielmehr ein sensibles Protokoll innerer Zustände – sichtbar gemacht durch Linien, Zeichen und Bewegungen, die sich jeder festen Form entziehen.

    Sein Werk fand auch in der Schweiz früh eine aufmerksame und nachhaltige Resonanz – insbesondere bei Sammlerinnen und Sammlern sowie in musealen Kontexten.

    Seine Arbeiten wirken oft wie spontane Setzungen, getragen von Wiederholung, Rhythmus und einer bewussten Offenheit gegenüber dem Zufall. Serien entstehen nicht als abgeschlossene Werkgruppen, sondern als fortlaufende Prozesse. Michaux interessiert nicht das fertige Bild, sondern das, was sich im Moment des Entstehens zeigt: ein tastendes, suchendes Erforschen von Wahrnehmung und Existenz.

    Gerade in dieser Reduktion liegt eine besondere Intensität. Die Werke erscheinen auf den ersten Blick zurückhaltend, fast leise – und entfalten ihre Wirkung erst im genauen Hinsehen. Feinste Unterschiede in Linie, Dichte und Struktur erzeugen eine bemerkenswerte Tiefe. Viele Besucherinnen und Besucher der Vernissage nahmen sich entsprechend Zeit für die einzelnen Arbeiten – ein stilles Einverständnis darüber, dass sich ihre Qualität nicht im schnellen Blick erschliesst.

    Die Ausstellung ist bis zum 2. Mai 2026 zu sehen und fügt sich in das Programm der Galerie Haas ein, die erneut mit einer präzisen Auswahl hochkarätiger Positionen überzeugt. Sie lädt dazu ein, sich auf diese Form der Wahrnehmung einzulassen: weniger als Betrachtung von Bildern, sondern als Begegnung mit einem offenen System aus Zeichen, Bewegung und Bewusstsein.

    19. März – 2. Mai 2026, Galerie Haas Zürich, Rämistrasse, Zürich

    Henri Michaux - Für Alle und gegen Jeden - Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden – Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux - Für Alle und gegen Jeden - Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden – Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux - Für Alle und gegen Jeden - Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden – Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux - Für Alle und gegen Jeden - Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden – Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux - Für Alle und gegen Jeden - Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden – Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux - Für Alle und gegen Jeden - Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden – Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux - Für Alle und gegen Jeden - Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden – Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux - Für Alle und gegen Jeden - Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden – Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux - Für Alle und gegen Jeden - Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden – Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux - Für Alle und gegen Jeden - Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden – Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux - Für Alle und gegen Jeden - Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden – Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux - Für Alle und gegen Jeden - Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden – Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux - Für Alle und gegen Jeden - Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden – Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux - Für Alle und gegen Jeden - Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden – Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux - Für Alle und gegen Jeden - Galerie Haas Zürich
    Henri Michaux – Für Alle und gegen Jeden – Galerie Haas Zürich

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • Monumentale Präsenz und erzählerische Tiefe – Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich

    Monumentale Präsenz und erzählerische Tiefe – Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich

    Mit der Ausstellung von Kerry James Marshall setzt das Kunsthaus Zürich erneut ein starkes Zeichen. Wer die Preview und Vernissage am 26. Februar 2026 besucht hat, spürte sofort: Hier geht es nicht um eine gewöhnliche Ausstellung, sondern um ein kuratorisches Statement von außergewöhnlicher Qualität.

    Schon beim ersten Rundgang beeindruckt die monumentale Größe der Arbeiten. Diese Bilder hängen nicht einfach an der Wand – sie behaupten Raum. Sie stehen selbstbewusst im Raum, fordern Aufmerksamkeit und lassen den Betrachter nicht in Distanz verharren. Man tritt näher, geht wieder zurück, entdeckt neue Ebenen.

    Marshall arbeitet mit einer Farbigkeit, die kraftvoll und präzise zugleich wirkt. Die Töne sind bewusst gesetzt, intensiv, manchmal fast ikonisch. Doch die visuelle Wucht ist nur der Einstieg. Je länger man sich mit einem einzelnen Werk beschäftigt, desto deutlicher wird: In jedem Bild steckt eine Vielzahl an Ideen, Referenzen und erzählerischen Schichten.

    Es sind Werke, die Zeit verlangen – und diese Zeit auch belohnen. Man könnte sich mit jedem einzelnen Bild über Stunden auseinandersetzen. Details offenbaren sich erst beim zweiten oder dritten Blick. Kompositorische Entscheidungen, kunsthistorische Bezüge, subtile Hinweise auf gesellschaftliche Themen – alles ist durchdacht, nichts zufällig.

    Was mich besonders beeindruckt hat, ist diese Verbindung aus inhaltlicher Tiefe und formaler Souveränität. Die Bilder sind komplex, aber nie überladen. Monumental, aber nie dekorativ. Sie besitzen eine Selbstverständlichkeit, die nur große künstlerische Positionen erreichen.

    Eine Vernissage mit spürbarer Intensität

    Die Vernissage war außergewöhnlich gut besucht – ein sehr interessiertes Publikum: anspruchsvolle Kunstfreunde, Sammler, Kenner, Journalisten und geladene Gäste sowie der Künstler selbst. Die einzigartigen Werke sorgten für Gesprächsstoff.

    Es lag eine spürbare Energie in den Räumen. Kein oberflächliches Event-Flair, sondern echte Auseinandersetzung. Man sah Menschen lange vor einzelnen Werken stehen, diskutierend, vergleichend, nachdenklich.

    Das Kunsthaus Zürich hat hier einmal mehr bewiesen, dass es Ausstellungen auf höchstem internationalen Niveau realisieren kann. Die Präsentation ist klar, großzügig und präzise inszeniert. Die Werke erhalten den Raum, den sie benötigen – physisch wie atmosphärisch.

    Einmaligkeit und Relevanz

    Diese Ausstellung ist in ihrer Dichte und Qualität außergewöhnlich. Die gezeigten Werke wirken nicht austauschbar oder repräsentativ im üblichen Sinne – sie sind eigenständig, kraftvoll, singulär.

    Gerade in einer Zeit, in der Bilder allgegenwärtig und schnell konsumierbar sind, entsteht hier das Gegenteil: eine Einladung zur Verlangsamung. Zur konzentrierten Betrachtung. Zur gedanklichen Vertiefung.

    Für mich persönlich war diese Ausstellung eine der eindrücklichsten Präsentationen der letzten Zeit. Monumental in ihrer physischen Erscheinung – und ebenso monumental in ihrer gedanklichen Tiefe.

    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich
    Preview und Vernissage Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien. 

  • Malerei in Bewegung – die lebendige Bildwelt von Britt Boutros-Ghali

    Malerei in Bewegung – die lebendige Bildwelt von Britt Boutros-Ghali

    Alchemy
    Pascal Robert Gallery, Zürich

    Bereits die Preview zur Ausstellung Alchemy machte deutlich: Diese Bilder lassen niemanden unberührt. Die Vernissage in der Pascal Robert Gallery war wie bereits die Preview ein voller Erfolg – und von einer spürbaren Begeisterung getragen. Besucherinnen und Besucher verweilten lange vor den Werken, tauschten Eindrücke aus, kehrten zurück, entdeckten Neues. Ein Abend, der zeigte, wie kraftvoll abstrakte Malerei wirken kann, wenn sie Raum bekommt.

    Farbe, Bewegung, Energie

    Die grossformatigen Arbeiten von Britt Boutros-Ghali entfalten eine aussergewöhnliche Lebendigkeit. Farben scheinen sich über die Leinwand zu bewegen, zu fliessen, sich zu verdichten und wieder aufzulösen. Nichts wirkt statisch. Die Bilder ziehen den Blick an – und halten ihn fest. Je länger man sich ihnen widmet, desto mehr Details treten hervor: Andeutungen von Gesichtern, fragmentarische Figuren, organische Formen, die sich der eindeutigen Lesbarkeit entziehen und gerade dadurch die Fantasie anregen.

    Jedes Werk eröffnet einen eigenen Kosmos. Die Farbigkeit variiert stark, von leuchtend warmen Tönen bis zu dunkleren, tiefgründigen Kompositionen. Gemeinsam ist ihnen eine innere Dynamik, die an Action Painting erinnert, ohne sich darin zu erschöpfen. Die Malerei bleibt offen, atmend, in Bewegung.

    Ein Raum, der trägt

    Eine besondere Qualität der Ausstellung liegt auch in der Präsentation. Die Werke sind in der Galerie so gesetzt, dass sie einzeln wirken können – was angesichts ihrer Intensität keine Selbstverständlichkeit ist. Jedes Bild behauptet sich für sich, ohne dem nächsten die Aufmerksamkeit zu nehmen. Gerade dadurch entsteht eine konzentrierte, fast meditative Atmosphäre.

    Der Galerist Pascal Henry Robert nahm sich viel Zeit für Gespräche. Mit grosser Offenheit und spürbarer Begeisterung vermittelte er Hintergründe zu den Arbeiten, zur Künstlerin und zu den einzelnen Werken. Diese persönliche Vermittlung vertiefte den Zugang und machte den Abend zu einem echten Austausch – nicht nur über Kunst, sondern über Wahrnehmung, Emotion und Intuition.

    Malerei als Erfahrung

    Alchemy zeigt eindrücklich, dass abstrakte Malerei weit mehr sein kann als reine Form oder Farbe. Die Werke von Britt Boutros-Ghali laden dazu ein, sich einzulassen, genau hinzusehen und immer wieder neue Ebenen zu entdecken. Sie wirken nicht erklärend, sondern öffnend – und genau darin liegt ihre Stärke.

    Eine Ausstellung, die man nicht einfach betrachtet, sondern erlebt.

    Website Pascal Robert Gallery

    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy
    Pascal Robert Gallery Britt Boutros-Ghali Alchemy

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • Stéphane Couturier – Architektur als Bildraum

    Stéphane Couturier – Architektur als Bildraum

    Die Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie an der Dufourstrasse war ausserordentlich gut besucht. Bereits früh füllten sich die Räume, und schnell wurde spürbar, dass es sich um einen besonderen Abend handelte: konzentriert, neugierig, offen für Austausch. Die Gäste nahmen sich Zeit – für die Werke, für Gespräche und für unterschiedliche Lesarten dessen, was Fotografie heute sein kann.

    Couturier war anwesend und suchte immer wieder das Gespräch. Viele Besucher:innen nutzten die Gelegenheit, direkt mit ihm über seine Arbeitsweise, über Architektur und über die komplexen Bildräume zu sprechen, die seine Arbeiten eröffnen. Auch Galerist Christophe Guye zeigte sich sichtlich bewegt von der durchgehend positiven Resonanz – die Vernissage war ohne Zweifel ein grosser Erfolg.

    Architektur nicht abbilden, sondern neu denken

    Die Ausstellung vereint zwei zentrale Werkgruppen aus Couturiers Schaffen. Im Mittelpunkt steht die Serie E1027+123, entstanden in der berühmten Villa E-1027 von Eileen Gray an der Côte d’Azur. Couturier interessiert sich dabei nicht für Architektur als Ikone oder historisches Dokument. Ihn fasziniert vielmehr das Zusammenspiel von Raum, Geschichte, Material und Perspektive.

    In der Villa überlagern sich Grays radikal moderne Raumkonzepte mit späteren, lange kontrovers diskutierten Eingriffen von Le Corbusier. Genau diese Schichtung greift Couturier auf. Seine Fotografien entstehen aus mehreren Ansichten desselben Ortes, die digital miteinander verschoben, überlagert und verdichtet werden. Das Resultat sind Bildräume, die sich nicht sofort erschliessen: fragmentiert, rhythmisch, präzise komponiert – irgendwo zwischen fotografischer Genauigkeit und malerischer Abstraktion.

    Man bleibt stehen, geht näher heran, tritt zurück. Die Bilder verlangen Aufmerksamkeit und belohnen sie mit immer neuen Details.

    Fotografie wird körperlich

    Ein besonderer Akzent der Ausstellung ist eine übergrosse Tapisserie-Arbeit, die Couturiers Bildsprache in ein textiles Medium übersetzt. Hier wird seine Arbeitsweise physisch erfahrbar: Flächen, Überlagerungen und Farbfelder erhalten eine neue Präsenz, fast eine eigene Körperlichkeit. Fotografie verlässt den klassischen Bildträger und öffnet sich in den Raum.

    Dieser Schritt ist kein Experiment, sondern Teil einer konsequenten Entwicklung. Seit einigen Jahren verbindet Couturier Fotografie und Textil und erweitert sein Werk um zeitgenössische Tapisserien – ein Ansatz, der auch international grosse Beachtung findet.

    Zürich als weiterer Bildraum

    Ergänzt wird die Ausstellung durch neue Arbeiten zum Le Corbusier Pavillon in Zürich, die Couturier exklusiv für diese Präsentation realisiert hat. Auch hier interessiert ihn weniger das Gebäude als solches, sondern dessen innere Logik: Materialität, Rhythmus, Struktur. Durch Verdichtung und Überlagerung transformiert er den Pavillon in abstrakte Bildräume, die sich einer eindeutigen räumlichen Lesbarkeit entziehen und stattdessen eine intensive visuelle Erfahrung erzeugen.

    Ein Abend voller Austausch

    Was die Vernissage besonders machte, war die Atmosphäre: aufmerksam, lebendig, dialogisch. Die Arbeiten boten reichlich Gesprächsstoff, und immer wieder entwickelten sich Diskussionen über Architektur, Fotografie und Wahrnehmung. Man spürte deutlich, wie sehr Couturiers Werke Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen ansprechen – nicht erklärend, sondern fordernd und offen.

    Die Ausstellung ist vom 29. Januar bis 21. März 2026 in der Christophe Guye Galerie in Zürich zu sehen. Ein Besuch lohnt sich – für alle, die Fotografie nicht als Abbild, sondern als Denk- und Erfahrungsraum erleben möchten.

    Christophe Guye Galerie

    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Ronald Wissler (Artcircle.ch) und Stéphane Couturier (Künstler) in der Christophe Guye Galerie
    Ronald Wissler (Artcircle.ch) und Stéphane Couturier (Künstler) in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie
    Vernissage zur Ausstellung von Stéphane Couturier in der Christophe Guye Galerie

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • narratief – Wiedemann/Mettler und die leise Kraft des Raums

    narratief – Wiedemann/Mettler und die leise Kraft des Raums

    Die Vernissage zur Ausstellung narratief bei der Galerie Urs Meile an der Rämistrasse war aussergewöhnlich lebendig. Nicht durch Lautstärke oder Inszenierung, sondern durch eine spürbare Offenheit im Raum. Die beiden Künstler Pascale Wiedemann und Daniel Mettler waren anwesend, suchten aktiv das Gespräch und nahmen sich Zeit für den Austausch mit den Besucher:innen. Genau diese unmittelbare Nähe prägte den Abend.

    Viele der Gäste bewegten sich aufmerksam durch die Ausstellung, verweilten lange, kehrten zurück und diskutierten Eindrücke. Die Atmosphäre war ruhig, konzentriert und zugleich sehr kommunikativ – ein Dialog nicht nur zwischen den Werken, sondern auch zwischen Künstler:innen und Publikum.

    Erzählen ohne Zielpunkt

    Der Titel narratief – bewusst falsch geschrieben – verweist auf Erzählen als offenen Prozess. Die Ausstellung bietet keine linearen Geschichten und keine eindeutigen Deutungen. Stattdessen entstehen Situationen, Fragmente und Stimmungen, die sich erst im eigenen Erleben zusammensetzen. Es sind Bilder, die nicht festlegen, sondern andeuten.

    Diese Offenheit zieht sich durch die gesamte Ausstellung. Sie lädt zum Innehalten ein, zum langsamen Sehen – und dazu, den eigenen Gedanken Raum zu geben.

    Samt als Raum und Körper

    Besonders eindrücklich sind die Samtarbeiten von Pascale Wiedemann. Ihre stark volumigen, raumgreifenden Werke beanspruchen den Raum körperlich. Der Samt absorbiert Licht, wirkt warm, weich und beinahe schützend. Gleichzeitig brechen gezielte Bleichungen die Oberfläche auf: Formen erscheinen wie Abdrücke, Nachbilder oder Spuren von etwas Vergangenem.

    Diese Arbeiten schaffen Innenräume, die weniger architektonisch als emotional erfahrbar sind. Sie sprechen den Körper an, nicht nur den Blick. Die Nähe, die sie erzeugen, ist unmittelbar – man steht ihnen nicht gegenüber, sondern befindet sich fast in ihnen. Für mich gehörten diese Arbeiten zu den stärksten Momenten der Ausstellung.

    Fotografische Schwellenräume

    Dem gegenüber stehen die konstruieren Fotografien von Daniel Mettler. Sie wirken kühler, distanzierter und erschliessen sich über den Blick. Gezeigt werden Übergänge, Korridore, Ecken – Räume, die nicht eindeutig sind. Es sind Orte kurz vor oder nach einem Ereignis, festgehaltene Momente, die sich einer klaren Einordnung entziehen.

    Diese Fotografien funktionieren wie Schwellen: Man benötigt einen Moment, um sich zu orientieren, Tiefe und Ausrichtung zu erfassen und die darin vermittelte Körperlichkeit wahrzunehmen. Realität und Imagination beginnen dabei zu verschmelzen.

    Zwei Positionen, ein Dialog

    Was narratief besonders macht, ist das Zusammenspiel dieser beiden Werkgruppen. Samt und Fotografie, Nähe und Distanz, Körper und Blick – zwei unterschiedliche Zugänge zu Innenräumen, die sich nicht widersprechen, sondern gegenseitig ergänzen.

    Wiedemann/Mettler arbeiten seit vielen Jahren als Duo. Ihr gemeinsamer Prozess basiert auf Reaktion, Übersetzung und wechselseitiger Beeinflussung. Diese dialogische Haltung ist in der Ausstellung deutlich spürbar: Die Werke sprechen miteinander, ohne sich zu erklären oder festzuschreiben.

    Die Vernissage machte genau das erfahrbar: eine Ausstellung, die nicht laut sein muss, um präsent zu sein – und die durch Aufmerksamkeit, Austausch und Zeit wirkt.

    Die Ausstellung ist noch bis 21. März 2026 in der Galerie Urs Meile in Zürich zu sehen. Vor allem die Samtarbeiten von Pascale Wiedemann zeigen, wie sehr Material und Raum das Erleben prägen – eine Wirkung, die sich nur im Original voll entfaltet.

    Website Galerie Urs Meile

    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief v
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann Mettler narratief
    Galerie Urs Meile Wiedemann/Mettler narratief

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • Zwei Positionen, drei Ebenen – Vernissage bei Galerie Mai 36 in Zürich

    Zwei Positionen, drei Ebenen – Vernissage bei Galerie Mai 36 in Zürich

    Mit der gemeinsamen Vernissage von Kentaro Kawabata – By Heart und Jack Warne – where love appears eröffnete die Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026 zwei Ausstellungen, die sich über alle drei Ebenen der Galerie erstrecken. Der Abend war geprägt von einer offenen, kommunikativen Atmosphäre und einem Publikum, das sich sichtbar auf die Kunst und die unterschiedlichen künstlerischen Positionen einliess.

    Die Werke beider Künstler boten reichlich Gesprächsstoff. Zwischen Erd- und Obergeschoss entstand ein lebendiger Austausch – weniger erklärend, mehr wahrnehmend. Die Kunst wurde nicht konsumiert, sondern diskutiert, hinterfragt und erlebt.

    Jack Warne – Malerei als Erfahrungsraum

    Im Erdgeschoss zeigt Jack Warne mit where love appears seine erste Einzelausstellung bei der Galerie Mai 36. Warne versteht Malerei nicht als isoliertes Objekt, sondern als Teil eines grösseren Gefüges aus Bildern, Klängen und digitalen Schnittstellen. Seine Arbeiten verschieben den Fokus weg vom einzelnen Werk hin zu einem Wahrnehmungsfeld, das sich erst im Zusammenspiel entfaltet.

    Ausgangspunkt ist eine zeitgenössische Neuinterpretation der Romantik. Während sich Künstler des 19. Jahrhunderts der Landschaft als Gegenentwurf zur Industrialisierung zuwandten, sucht Warne heute bewusst Orte jenseits permanenter Vernetzung und algorithmischer Optimierung. Sein Rückzug von London an die Küsten und ländlichen Regionen Grossbritanniens ist weniger nostalgisch als suchend: eine Bewegung weg vom permanenten „Online-Sein“ hin zu körperlicher, sinnlicher Erfahrung.

    Diese Perspektive gewinnt zusätzliche Tiefe durch Warnes eigene Biografie. Eine seltene Augenerkrankung verändert sein Sehen zunehmend – und verschiebt damit den Stellenwert des Visuellen. Berührung, Balance, Raumgefühl und Klang werden zu gleichwertigen Orientierungspunkten. Seine Arbeiten verdichten genau diese Erfahrung: Landschaften und Innenräume erscheinen nicht als Abbilder, sondern als gespeicherte körperliche Begegnungen mit Ort, Licht, Wind und Unsicherheit.

    Der Begriff „Love“ im Ausstellungstitel ist dabei nicht romantisch gemeint, sondern bezeichnet das, was sich technischer Übersetzung entzieht: Empathie, Verletzlichkeit, Fürsorge, flüchtige Freude. Warnes Arbeiten entstehen aus einem kontinuierlichen Wechsel zwischen digitalen Dateien, Sound, Augmented Reality und klassischer Malerei. Die Bilder bleiben bewusst offen, fragmentarisch, manchmal irritierend – sie bieten keine schnellen Antworten, sondern schaffen Bedingungen für ein intensives, persönliches Sehen.

    Kentaro Kawabata – Skulpturales Wachstum aus dem Inneren

    Im Obergeschoss begegnet man den Arbeiten von Kentaro Kawabata, der mit By Heart eine beeindruckende Gruppe skulpturaler Keramiken zeigt. Kawabata arbeitet mit Porzellan, Glaspartikeln, Glasuren und Edelmetallen und entwickelt daraus Formen, die an organische Wachstumsprozesse erinnern.

    Zentrales Konzept ist die sogenannte Cristation – ein biologischer Begriff für Wachstumsanomalien, bei denen sich mehrere Wachstumspunkte gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Übertragen auf Kawabatas Arbeiten bedeutet das: Ornament ist nicht Dekoration, sondern Ursprung der Form. Die Skulpturen entstehen nicht mitVerzierungen – sie sind Ornament.

    Die Werke wirken zugleich fragil und kraftvoll. Dünn gewalztes Porzellan, Faltungen, Einschlüsse und gezielte Brüche erzeugen Oberflächen, die an Haut, Membranen oder fossile Strukturen erinnern. Trotz ihrer teils irritierenden Erscheinung sind die Arbeiten technisch hochpräzise und überraschend leicht. Serien wie Cristate, Mask oder Calyxverbinden sinnliche, beinahe erotische Formen mit existenziellen Themen wie Wachstum, Zerfall, Leben und Vergänglichkeit.

    Ein Dialog, der in Bewegung bleibt

    Der Rundgang über die verschiedenen Ebenen der Galerie macht den Dialog zwischen den beiden Positionen besonders erfahrbar. Während Warnes Arbeiten Wahrnehmung als offenen Prozess verhandeln, fordern Kawabatas Skulpturen Erwartungen an Material, Körperlichkeit und Form heraus.

    Die Vernissage zeigte eindrucksvoll, wie Kunst Begegnungen ermöglicht – nicht durch Erklärungen, sondern durch Präsenz, Materialität und Atmosphäre. Gespräche entstanden spontan, intensiv und auf Augenhöhe.

    Beide Ausstellungen sind noch bis 28. März 2026 in der Galerie Mai 36 in Zürich zu sehen. Ein Besuch lohnt sich – für alle, die einzigartige zeitgenössische Kunst entdecken möchten.

    Website Galerie Mai 36

    Vernissage Kentaro Kawabata – By Heart und Jack Warne – where love appears in Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36: Kentaro Kawabata und Jack Warne
    Vernissage Kentaro Kawabata – By Heart und Jack Warne – where love appears in Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36: Jack Warne
    Vernissage Kentaro Kawabata – By Heart und Jack Warne – where love appears in Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36: Jack Warne
    VernissageGalerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36
    Vernissage Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36
    Vernissage Kentaro Kawabata – By Heart und Jack Warne – where love appears in Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36: Kentaro Kawabata
    Vernissage Kentaro Kawabata – By Heart und Jack Warne – where love appears in Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36: Kentaro Kawabata
    Vernissage Kentaro Kawabata – By Heart und Jack Warne – where love appears in Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36: Kentaro Kawabata
    Vernissage Galerie Mai 36 am 22. Januar 2026
    Galerie Mai 36

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei

    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei

    Die Vernissage zur Ausstellung „Painting Painting“ von René Wirths am 15. Januar 2026 in der Galerie Haas Zürich war geprägt von einer besonderen, offenen Atmosphäre. Der Künstler war persönlich anwesend – aufmerksam, zugewandt und sichtbar mit Freude im Austausch mit den Gästen. Genau diese Begeisterung für Kunst, die René Wirths als Mensch ausstrahlt, findet sich auch in seinen Arbeiten wieder.

    Unter den Besucher:innen waren zahlreiche kunstaffine Gäste und Sammler, die sich intensiv mit den Werken auseinandersetzten. Die Gespräche waren konzentriert, lebendig und von echtem Interesse getragen – weniger Small Talk, mehr inhaltlicher Austausch. Die Arbeiten von René Wirths boten dafür reichlich Anlass: Sie wurden aufmerksam betrachtet, diskutiert und mit grosser Wertschätzung aufgenommen.

    René Wirths’ malerischer Weg ist das Ergebnis einer konsequenten, über zwei Jahrzehnte gewachsenen Entwicklung. Ausgehend von präzisen, randlosen Darstellungen realer Objekte auf weissem Grund hat sich seine Arbeit zunehmend geöffnet. Die anfängliche Genauigkeit der Beobachtung wich Schritt für Schritt einer freieren, gestischen Bildsprache, ohne dabei an Klarheit oder Sensibilität zu verlieren.

    Ein entscheidender Moment dieser Entwicklung zeigte sich in der Serie Liquids, in der sich die Malerei von strengen formalen Vorgaben löste. Linien und Flächen emanzipierten sich vom Objekt, der Raum begann, sich zu öffnen. In der aktuellen Werkphase Painting Painting tritt Wirths nun in einen spielerischen, reflektierten Dialog mit der Kunstgeschichte – ruhig, selbstbewusst und ohne demonstrative Zitate.

    Trotz dieser Öffnung bleibt sein Blick feinfühlig und präzise. Die Bilder laden dazu ein, sich Zeit zu nehmen, Bekanntes neu zu entdecken und Malerei als lebendigen Prozess zu erleben. Genau diese Haltung war an diesem Abend deutlich spürbar: in der Präsenz des Künstlers, in der Intensität der Gespräche und in der Resonanz, die seine Werke beim Publikum auslösten.

    Die Vernissage zeigte eindrucksvoll, wie sehr René Wirths’ Malerei berührt – getragen von Leidenschaft, Offenheit und einer tiefen Verbundenheit mit dem Medium selbst.

    Die Vernissage fand in der Galerie Haas Zürich an der Rämistrasse 35 statt – einem Ort, der mit seiner ruhigen, konzentrierten Atmosphäre den Arbeiten von René Wirths viel Raum gibt. Gerade im Zusammenspiel von Architektur, Licht und Hängung entfaltet die Ausstellung ihre Wirkung.

    Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich: Die Werke laden dazu ein, sich Zeit zu nehmen, genauer hinzusehen und die Freude an der Malerei unmittelbar zu erleben.

    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei
    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei
    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei
    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei
    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei
    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei
    Painting Painting – René Wirths und die spürbare Freude an der Malerei

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.

  • Streetlight Meditations – Patrick Lo Giudice

    Streetlight Meditations – Patrick Lo Giudice

    Mit der Vernissage von „Streetlight Meditations“ eröffnete Patrick Lo Giudice am 14. Januar 2026 in der PYTHONGALLERY in Zürich eine Ausstellung, die das Publikum unmittelbar in ihren Bann zog. Der Raum an der Kirchgasse 30 war gut gefüllt, die Atmosphäre konzentriert, neugierig, beinahe kontemplativ – ganz so, wie es die Werke des Künstlers verlangen.

    Patrick Lo Giudice war persönlich anwesend und sprach gemeinsam mit Galeristin Nicole Python vor einem aufmerksam lauschenden Publikum über die Arbeiten, ihre Entstehung und die Geschichten hinter den Bildern. Dabei wurde schnell deutlich: Diese Serie ist mehr als eine Folge von Nachtaufnahmen – sie ist eine stille, poetische Erkundung von Orten, die man sonst übersieht.

    Nächtliche Landschaften zwischen Realität und Traum

    „Streetlight Meditations“ führt in das nächtliche Amerika: leere Strassen, Motels, Tankstellen und urbane Zwischenräume. Orte des Übergangs, des Wartens, des Alleinseins. Im künstlichen Licht der Strassenlaternen verlieren sie ihre alltägliche Funktion und verwandeln sich in Bühnen für Stimmungen, Erinnerungen und Projektionen.

    Die Fotografien erinnern in ihrer melancholischen Ruhe an die Bildwelten von Edward Hopper – doch Lo Giudice entwickelt daraus eine ganz eigene visuelle Sprache. Seine Motive sind nicht dokumentarisch, sondern meditativ: Bilder, die schweigen und doch erzählen.

    Wachs als poetische Schicht der Erinnerung

    Charakteristisch für Lo Giudices Arbeiten ist seine eigens entwickelte Enkaustik-Technik. In mehreren Wachsschichten werden die Pigmente eingebrannt, bis die Bildoberflächen eine schwebende, fast immaterielle Qualität erhalten. Licht und Schatten beginnen zu fliessen, Konturen lösen sich auf, und die Szenen wirken wie Erinnerungen, die man nur für einen Moment festhalten kann.

    Diese Transparenz verleiht den Bildern eine besondere Tiefe: Die Motive erscheinen zugleich nah und fern, gegenwärtig und vergangen – als würden sie aus einer anderen Zeit zu uns sprechen.

    Ein Künstler zwischen Kulturen, Themen und Welten

    Patrick Lo Giudice, 1959 geboren und international ausgestellt, arbeitet seit rund drei Jahrzehnten mit seiner unverwechselbaren Enkaustik. Seine Werke wurden in der Schweiz, in Europa und den USA gezeigt und sind in bedeutenden Sammlungen vertreten. In „Streetlight Meditations“ richtet sich sein Blick auf die stille Poesie des urbanen Raums – auf jene Orte, die zwischen Bewegung und Stillstand liegen.

    Die Vernissage in der PYTHONGALLERY machte deutlich, wie stark diese Arbeiten wirken: In den Gesprächen zwischen Nicole Python, dem Künstler und den Besucher:innen wurde spürbar, dass diese Bilder nicht nur betrachtet, sondern innerlich erlebt werden.


    Ausstellung

    Patrick Lo Giudice – Streetlight Meditations
    14. Januar – 20. Februar 2026

    PYTHONGALLERY
    Kirchgasse 30
    8001 Zürich · Schweiz

    Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.