Die Ausstellung Chūshō Tōsa in der Anthracite Gallery untersucht zeitgenössische japanische abstrakte Kunst aus der Perspektive von Materialprozess und räumlichem Bewusstsein. Kuratiert von Ebba Wallmén in Zusammenarbeit mit Jesper Dahl und Jens Petersen versteht sich das Projekt nicht als klassische Überblicksschau, sondern als feldorientierte Untersuchung – als eine Entwicklungslinie, die aus einer Atelier-Reise durch Japan im vergangenen Sommer, aus materiellen Experimenten und einer ortsspezifischen Präsentation hervorgegangen ist.
Die Ausstellung vereint Werke einer geografisch wie materiell vielfältigen Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern, deren Praxis Malerei, Keramik, Textil, Skulptur und Zeichnung umfasst. In allen Positionen entsteht Abstraktion nicht aus formaler Doktrin, sondern aus physischer Auseinandersetzung. Leinwände aus kultivierten Fasern rücken Wachstum, Verdichtung und strukturelle Unregelmässigkeit als wesentliche Bestandteile des Bildfeldes ins Zentrum. Malerei wird nicht auf einen neutralen Bildträger aufgetragen; sie tritt in Beziehung zu einer Oberfläche, die bereits eigene Zeitlichkeit und Widerständigkeit in sich trägt.
Keramische Arbeiten führen diese Untersuchung von Volumen und Gewicht fort. Pigment und Glasur verbergen den Tonkörper nicht, sondern betonen dessen Masse und taktile Qualität. Der Dialog zwischen Oberfläche und Struktur verschiebt die Grenze zwischen Bild und Objekt und begreift Abstraktion als räumlichen Zustand statt als rein optisches Phänomen.
In der gesamten Ausstellung entzieht sich die Komposition festen Zentren. Farbschichten wirken als autonome Zonen, verschieben visuelle Gewichte und aktivieren den umgebenden Raum. Transparenz, Opazität und Intervalle fungieren als strukturelle Mittel. Die Werke entwickeln keine narrativen Abfolgen; vielmehr formulieren sie Beziehungen – zwischen Faser und Pigment, Ton und Temperatur, Geste und Dauer.
Innerhalb der industriellen Architektur der Anthracite Gallery tritt die Materialität der Arbeiten besonders deutlich hervor. Betonoberflächen und offene Raumstrukturen verstärken die physische Präsenz der Werke und laden zu einer konzentrierten, andauernden Betrachtung ein.
Chūshō Tōsa positioniert die japanische Abstraktion als fortlaufenden Aushandlungsprozess – zwischen materieller Autonomie und künstlerischer Intention, zwischen Oberfläche und Tiefe, zwischen Ruhe und Bewegung.
18. Februar – 30. Mai
Anthracite Gallery

A Field Survey of Japanese Abstract Art
18 February – 30 May
Anthracite Gallery

A Field Survey of Japanese Abstract Art
18 February – 30 May
Anthracite Gallery

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18 February – 30 May
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18 February – 30 May
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18 February – 30 May
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Die gezeigten Fotografien entstanden im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Abgebildete Personen und Kunstwerke dienen ausschliesslich der redaktionellen Berichterstattung über das Ausstellungsgeschehen. Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Galerien.









































































































