Kurzbiografie
Paola Torsiello ist eine autodidaktische abstrakte Malerin. Sie wurde in Venezuela geboren, ist dort aufgewachsen und lebt seit zehn Jahren in Hamburg. Zur Malerei kam sie 2006 durch einen glücklichen Zufall: Aus Neugier wurde Experiment, und seither ist kein Tag ohne Malerei vergangen.
Ihre Originale verkauft sie seit 2016 international, vor allem an Sammlerinnen und Sammler in den USA. 2026 wurde sie in das kuratierte Künstlerverzeichnis von Singulart aufgenommen und zeigte ihre Arbeiten in Hamburg bei «Hamburg zeigt Kunst» in der HafenCity und bei der HAAM4 im Kraftwerk Bille.
Ihre Bilder tragen beide Einflüsse in sich, Venezuela und Hamburg: den Lärm und die Stille, den Maximalismus und die Leere, die Fülle der Farbe und die Zurückhaltung.
Einführung in meine Arbeit
Lange Zeit konnte ich mit Worten wenig anfangen. Die Welt vor meinen Augen war faszinierend, beängstigend und riesig, und ich fand nie den Satz, der das alles auf einmal fassen konnte. Die Malerei öffnete mir eine Welt voller Möglichkeiten, in der Farben und Kombinationen unbegrenzt sind. Dort konnte ich mich endlich so ausdrücken, wie ich es immer gebraucht hatte.
Ich bin in Venezuela geboren und aufgewachsen, und das steckt in allem, was ich mache: die Farbe, der Charakter, das Chaos und darunter ein Bedürfnis nach Ordnung.
Die Praxis
Die schwierigste Frage, die man mir stellt, ist, was ein Bild darstellt. Meistens lautet die Antwort: das Gefühl von etwas und nicht die Sache selbst. Ein Moment, ein Gemütszustand, manchmal nur eine Intuition.
Am besten lässt sich der Blick auf meine Bilder mit Musik beschreiben. Musik hört man nicht nur, man erlebt sie, und ein Bild von mir ganz anzunehmen heisst, es zu erleben und nicht bloss zu betrachten. Ein Lied holt etwas aus einem heraus, solange es spielt, Freude, Nostalgie oder Energie. Dann endet es, und das Gefühl endet mit ihm. Mehr erwarte ich von einem Bild nicht: einen Moment im Jetzt.
Intuitiv bin ich von Geometrie besessen, von Quadraten, Rechtecken, Linien und harten Kontrasten. Die Formen wirken richtig, bis man näher kommt und sieht, dass nichts gerade ist. Ein Quadrat ist nie ganz ein Quadrat, eine Kante nie ganz eine Kante. Das ist Absicht, denn so sieht die Welt für mich tatsächlich aus.
Material und Prozess
Ich arbeite mit Spachtel und Pinseln und mit allem, was gerade in Reichweite ist: Sand, Stöcke, Schwämme, Papier. Das Atelier ist mein Spielplatz. Ich stelle Farbkombinationen zusammen, die eigentlich nicht funktionieren dürften, und treibe sie so weit, bis sie ihre eigene Harmonie finden.
Meine Bilder laden dazu ein, näher zu kommen. Von der anderen Seite des Raumes sieht man die Komposition, aus einem Meter Entfernung die Schichten, die Überschneidungen und die Stellen, an denen eine Farbe abgekratzt wurde, um eine andere durchscheinen zu lassen. Um diese Nähe geht es: eine Einladung, stehen zu bleiben und für einen Moment da zu sein.
Ich male mit professioneller Acrylfarbe in Künstlerqualität auf aufgespannter Baumwollleinwand. Jedes Bild ist ein Unikat und auf der Rückseite signiert und datiert.
Drei Serien
Espacios. Formen und Flächen, Maximalismus in seiner schönsten Form. Unterschiedliche Texturen in einem flacheren, ruhigeren Fluss, eine Erinnerung daran, dass in jeder Ordnung etwas Unebenes steckt.
Fuerzas. Meine intuitivste Serie. Ich treibe die Farben so weit, bis sie zusammenpassen. Diese Bilder zwingen zum Hinsehen: Sie lösen zuerst eine unmittelbare Reaktion aus und ziehen den Blick dann in die Nähe. Gegensätzliche Kräfte, die einander brauchen, Stärke und Loslassen.
Horizontes. Mit weniger mehr sagen. Landschaften und Sonnenuntergänge sind meine zweite Obsession. Ich male sie nicht ab, sondern versuche wiederzugeben, was ein Sonnenuntergang in einem auslöst: Wärme, Staunen und reine Ruhe.
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