Figurative Malerei zwischen Begegnung und Erinnerung
Bogdan Jensen ist ein in Berlin lebender figurativer Maler und Autor. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit steht der Mensch – seine körperliche Gegenwart, seine Individualität und die Frage, was ein Porträt über die äussere Ähnlichkeit hinaus sichtbar machen kann.
Malerei aus unmittelbarer Begegnung
Jensen malt überwiegend nach lebendem Modell, mit Öl, Ölstift, Softpastell und Kohle. Viele seiner Werke entstehen in einer einzigen Sitzung, häufig ohne Vorzeichnung oder spätere Überarbeitung. Die unmittelbare Arbeit mit dem Modell verlangt schnelle Entscheidungen und lässt zugleich Raum für Bewegung, Zufall und die Eigenheiten des jeweiligen Moments.
Seine Porträts und Figuren suchen keine idealisierte Ähnlichkeit. Durch Farbe, Körperhaltung und malerische Verdichtung versucht Jensen, die individuelle Präsenz der dargestellten Menschen einzufangen. Sein Interesse an Architektur, Mathematik, Ballett und Musik prägt dabei sein Verständnis von Raum, Rhythmus und Komposition.
Geschichte und Erinnerung
Als autistischer Künstler und Autor beschäftigt sich Jensen mit Wahrnehmung, gesellschaftlicher Zuschreibung und individueller Identität. Diese Fragen spielen auch in seinen Essays und erinnerungskulturellen Projekten eine zentrale Rolle.
Neben seinen Porträts und Körperstudien widmet er sich zunehmend der grossformatigen Geschichts- und Erinnerungsmalerei. Sein langfristiges Projekt Doch, immer Noch! ist als Mahnmal aus 40 Ölporträts zum Gedenken an autistische Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde konzipiert. Im Mittelpunkt stehen einzelne Menschen, deren Lebensgeschichten hinter Diagnosen, Akten und historischen Zahlen verschwunden sind.
Zu seinen bisherigen Präsentationen zählen u.a. Pride Art Berlin (2024), ArousArt (2025), das Monbijou Theater (2026) und Le Chariot in Paris (2026).
Weitere Informationen
Kontakt: bogdan@authistical.art
















Alle Rechte an den gezeigten Werken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen.
